Bundesregierung senkt Wachstumsprognose auf nur noch ein Prozent
29.01.2026 - 09:09:11Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr nur noch ein Prozent Wirtschaftswachstum. Das geht aus dem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht hervor. Damit korrigiert die Regierung ihre Herbstprognose von 1,3 Prozent deutlich nach unten. Als Gründe nennt sie eine schwächelnde Weltwirtschaft und hausgemachte strukturelle Probleme.
Traditionell treibt der Export die deutsche Konjunktur an – doch der Motor stottert. Das Bundeswirtschaftsministerium spricht von einem „doppelten Gegenwind“. Unsichere Handelsbeziehungen und geopolitische Spannungen, vor allem mit den USA und China, dämpfen die Nachfrage. Die Prognose für das Exportwachstum sank von 1,2 auf 0,8 Prozent. Für die exportabhängige Industrie ist das ein alarmierendes Signal.
Binnenwirtschaft trägt, kann aber nicht alles ausgleichen
Die Hoffnungen ruhen nun stärker auf der Binnenwirtschaft. Hier zeichnet sich ein gemischtes Bild ab:
* Staatskonsum stützt: Geplante Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sollen Impulse geben, wirken aber langsamer als erhofft.
* Privater Konsum lahmt: Er soll sich preisbereinigt nur um 0,8 Prozent entwickeln. Zwar steigen die Reallöhne, doch Unsicherheit am Arbeitsmarkt bremst die Kauflaune. Im verarbeitenden Gewerbe wird sogar mit Stellenabbau gerechnet.
Immobiliensektor spürt die Unsicherheit
Die gedämpfte Konjunktur trifft auch den Immobilienmarkt. Die unsicheren Jobaussichten und verhaltene Lohnentwicklung dürften die Nachfrage nach Wohneigentum bremsen. Private Investitionen im Wohnungsbau bleiben schwach. Eine leichte Erholung wird erst später im Jahr erwartet. Positiv wirken könnten dagegen die staatlichen Infrastrukturinvestitionen, die vor allem dem Tiefbau zugutekommen.
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Regierungsprognose im Mittelfeld der Experten
Die korrigierte Regierungsprognose reiht sich in eine Serie gedämpfter Erwartungen ein. Sie liegt im Mittelfeld der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute:
* Optimistischer ist das IMK mit 1,2 Prozent.
* Pessimistischer zeigt sich das ifo Institut mit nur 0,8 Prozent.
* IW und Deutsche Bundesbank liegen bei rund einem Prozent.
Wirtschaftsverbände wie DIHK und ZDH reagierten ernüchtert. Sie sehen in dem „Mini-Wachstum“ ein alarmierendes Signal, das hinter dem Potenzial Deutschlands zurückbleibe.
Ohne Reformen droht Stagnation
Kurzfristig setzt die Regierung auf ihre fiskalischen Impulse. Für 2027 wird zwar wieder 1,3 Prozent Wachstum erwartet. Viele Experten warnen jedoch: Ohne tiefgreifende Strukturreformen reichen Konjunkturprogramme nicht aus. Angesichts von Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung stehe die deutsche Wirtschaft vor fundamentalen Umbrüchen. Die zentrale Frage lautet: Schafft es die Politik, die Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft zu sichern?


