Bundesregierung, Mietpreisbremse

Bundesregierung plant schärfere Mietpreisbremse

03.02.2026 - 21:02:11

Die Bundesregierung will Schlupflöcher der Mietpreisbremse schließen. Geplante Maßnahmen umfassen strengere Regeln für möblierte Wohnungen, Indexmieten und Kurzzeitvermietungen.

Die Bundesregierung will die Mietpreisbremse verschärfen. Ein neuer Gesetzesentwurf zielt darauf ab, bisherige Schlupflöcher für Vermieter zu schließen. Die Pläne entfachen erneut die Grundsatzdebatte: mehr Mieterschutz versus Investitionsstopp.

Diese Schlupflöcher sollen gestopft werden

Im Zentrum der Reform stehen drei beliebte Umgehungsmöglichkeiten:
* Möblierte Wohnungen: Künftig muss der Möblierungszuschlag getrennt von der Kaltmiete ausgewiesen werden. So soll verhindert werden, dass pauschale Aufschläge die ortsübliche Vergleichsmiete überschreiten.
* Indexmieten: Für Verträge, die sich an der Inflationsrate orientieren, soll in angespannten Märkten eine jährliche Kappungsgrenze von 3,5 Prozent gelten.
* Kurzzeitvermietungen: Sie sollen nur noch einmalig für maximal sechs Monate und bei besonderem Anlass erlaubt sein, um Wohnraum für den regulären Markt zu erhalten.

Die Initiative des Bundesrates vom November 2025 stößt in der Koalition auf grundsätzliche Zustimmung. Die konkrete Ausgestaltung des Gesetzes wird nun vorbereitet.

Geteilte Reaktionen: Schutz vs. Investition

Die Vorschläge spalten Politik und Wirtschaft. Mieterverbände wie der Deutsche Mieterbund begrüßen die Pläne als überfällig. Sie argumentieren, die aktuelle Bremse sei oft wirkungslos. Aus den Reihen von SPD und Linken kommen sogar Forderungen nach einem generellen Mietenstopp.

Die Immobilienwirtschaft kontert scharf. Verbände wie Haus & Grund warnen vor einem Investitionsstopp. Wenn Vermieter steigende Instandhaltungskosten nicht mehr über die Miete ausgleichen könnten, werde weder saniert noch neu gebaut. Ihre Forderung: mehr Anreize für Wohnungsbau, statt neuer Regulierungen.

Warum jetzt nachgeschärft wird

Die Mietpreisbremse gilt seit 2015, ihre Wirksamkeit ist umstritten. Studien zeigen ein gemischtes Bild. Während einige eine Dämpfung des Mietanstiegs sehen, kritisieren andere die lasche Durchsetzung und viele Ausnahmen.

Die Debatte findet vor einem dramatischen Hintergrund statt: Die Wohnungskrise spitzt sich zu. Hohe Baukosten und Zinsen bremsen den Neubau. In Metropolen wie Berlin oder München können sich viele Fachkräfte die Mieten kaum noch leisten. Die schärfere Bremse ist auch ein Versuch, soziale Verwerfungen abzufedern.

Kommt der große Kompromiss?

Die Regierung arbeitet an der Gesetzesvorlage, die in den kommenden Monaten in den Bundestag kommen soll. Die Verhandlungen werden hart – die Positionen liegen weit auseinander. Parallel soll eine Expertengruppe bis Ende 2026 Vorschläge für eine umfassende Mietrechtsreform erarbeiten.

Die zentrale Frage bleibt: Kann ein Kompromiss gefunden werden, der Mieter schützt und Investoren nicht vertreibt? Langfristig, da sind sich viele Beobachter einig, löst nur eines das Grundproblem: deutlich mehr neuer Wohnraum.

Anzeige

Passend zum Thema Mietpreisbremse: Viele Mieterhöhungen scheitern an unklaren Vergleichsmieten oder fehlenden Begründungen. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert städtische Vergleichswerte, praxisnahe Begründungshilfen und fertige Formulierungen, mit denen Vermieter Mieterhöhungen rechtssicher und transparent begründen können. Ideal, um Streitigkeiten zu vermeiden und Formalfehler zu umgehen. Gratis Mietspiegel-Report 2025 herunterladen

@ boerse-global.de