Bundesarbeitsgericht, Spitzentreffen

Bundesarbeitsgericht lädt zum Spitzentreffen des Arbeitsrechts

05.02.2026 - 20:43:12

Höchstrichter aus Karlsruhe und Luxemburg diskutieren in Erfurt die Zukunft zentraler Arbeitsrechtsthemen wie Entgelttransparenz und die Rolle der Sozialpartner.

Das Bundesarbeitsgericht richtet im Juni 2026 sein bedeutendes Europäisches Rechtssymposium aus. Im Fokus steht die zunehmende Prägung des deutschen Arbeitsrechts durch die Rechtsprechung der Europäischen Union. Höchstrichter aus Luxemburg und Karlsruhe diskutieren in Erfurt die Zukunft zentraler Themen wie Entgelttransparenz.

Die Veranstaltung am 11. und 12. Juni wird gemeinsam mit dem Deutschen Arbeitsgerichtsverband organisiert. Sie bringt führende Juristen, Richter und Sozialpartner zusammen. Ziel ist der Austausch über die dynamische „Rechtsfortbildung“ im europäischen Rechtsraum. Für deutsche Unternehmen und Arbeitnehmer gewinnt diese europäische Dimension immer mehr an Bedeutung.

Dialog der Höchstgerichte: EUGH trifft Bundesverfassungsgericht

Ein Höhepunkt sind die Keynotes zweier Spitzenjuristen. Prof. Dr. Thomas von Danwitz, Vizepräsident des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), erläutert die Entwicklung des EU-Rechts. Seine Teilnahme unterstreicht den direkten Dialog zwischen dem EuGH und nationalen Gerichten.

Aus Karlsruhe spricht Prof. Dr. Martin Eifert, Richter des Bundesverfassungsgerichts. Sein Vortrag widmet sich den verfassungsrechtlichen Aspekten des Arbeitsrechts. Besonders relevant ist das Spannungsfeld zwischen deutschen Grundrechten und EU-Richtlinien. Die Anwesenheit beider Redner zeigt die vielschichtige Rechtslage, in der deutsches Arbeitsrecht heute angewendet wird.

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Aktuelle Brennpunkte: Entgeltgleichheit und Sozialpartner

Konkrete Themen stehen im Zentrum der Fachvorträge. Prof. Dr. Adam Sagan behandelt die brisanten Fragen der Entgeltgleichheit und Entgelttransparenz. Diese haben durch die neue EU-Entgelttransparenzrichtlinie erheblich an Bedeutung gewonnen. Für Arbeitgeber und Betriebsräte wird diese Session besonders relevant sein.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle der Sozialpartner in Europa. Angelika Kapeller (DGB Rechtsschutz GmbH) und Arne Franke (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, BDA) beleuchten dieses Thema. Eine anschließende Podiumsdiskussion mit Isabel Eder (DGB) und Roland Wolf (BDA) vertieft den Einfluss von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf EU‑Ebene.

Warum dieses Symposium jetzt wichtig ist

Das Treffen findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt. Deutsche Gerichte müssen nationale Gesetze zunehmend im Lichte von EuGH-Urteilen auslegen. Das Symposium thematisiert diese Herausforderung direkt. Die ausgewählten Themen – vom Verhältnis zwischen EU-Vorrang und nationaler Subsidiarität bis zur Umsetzung neuer Richtlinien – sind zentral für die deutsche Wirtschaft.

Rechtsexperten erwarten, dass die Debatten in Erfurt wertvolle Hinweise liefern. Sie zeigen, wie das Bundesarbeitsgericht künftig über Arbeitszeit, Diskriminierungsschutz oder Tarifrecht in einem europäisierten Kontext urteilen könnte. Der Austausch zwischen Richtern und Praktikern ist entscheidend, um abstrakte Rechtsprinzipien in praxistaugliche Lösungen zu überführen.

Ausblick: Impulse für die künftige Rechtsprechung

Die Ergebnisse des Symposiums werden die deutsche Rechtsgemeinschaft nachhaltig beschäftigen. Zwar trifft die Tagung keine bindenden Entscheidungen. Der wissenschaftliche Austausch auf höchstem Niveau gibt jedoch oft die Richtung für künftige Urteile vor. Für Personalverantwortliche, Unternehmensjuristen und Gewerkschafter bietet sich eine einzigartige Vorausschau.

Ein historischer Blick rundet das Programm ab: Dr. Samuel Miner vom Institut für Zeitgeschichte stellt ein Forschungsprojekt zur Geschichte des Bundesarbeitsgerichts vor. Nach der Veranstaltung im Juni werden Fachpublikationen die Kernaussagen analysieren und einem breiteren Publikum zugänglich machen. Das Symposium legt damit das intellektuelle Fundament für die weitere Entwicklung des deutschen Arbeitsrechts im europäischen Gefüge.

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