Bitkom-Studie, Stunden

Bitkom-Studie: Deutsche Wirtschaft stünde nach 20 Stunden still

11.02.2026 - 23:33:12

Eine neue Studie zeigt, dass deutsche Firmen bei einem Internet-Blackout im Schnitt nur 20 Stunden überleben könnten. Viele Unternehmen sind auf hybride Angriffe schlecht vorbereitet.

Eine neue Bitkom-Studie zeigt die extreme Verletzlichkeit der deutschen Wirtschaft. Bei einem Internetausfall könnten Unternehmen ihren Betrieb im Schnitt nur noch 20 Stunden aufrechterhalten. Jedes fünfte Unternehmen müsste sofort die Arbeit einstellen.

Jeder fünfte Betrieb wäre sofort lahmgelegt

Die Zahlen sind alarmierend: 21 Prozent der deutschen Firmen kämen bei einem Internet-Blackout umgehend zum Stillstand. Nur 8 Prozent der Betriebe trauen sich zu, länger als 48 Stunden ohne Netz zu überleben. Die durchschnittliche Überlebensdauer liegt bei mageren 20 Stunden.

Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile alle Geschäftsprozesse. Ein Ausfall legt nicht nur Büros lahm, sondern ganze Wertschöpfungsketten. Die Studie ist ein deutlicher Weckruf für robuste Notfallpläne, die über einfache Daten-Backups hinausgehen.

Hybride Angriffe: Die neue, reale Gefahr

Die Bedrohung wird nicht nur von technischen Pannen getrieben. Drei Viertel der Unternehmen rechnen aufgrund der geopolitischen Spannungen mit einer erhöhten Gefahr durch hybride Angriffe. Diese mischen Cyberattacken, Desinformation und physische Sabotage.

Das Risikobewusstsein ist hoch: 83 Prozent der Firmen erwarten, dass solche Angriffe in Deutschland zu einer ernsthaften Krise führen werden. Mehr als die Hälfte hält sogar eine direkte militärische Konfrontation zwischen NATO und Russland in den nächsten fünf Jahren für möglich.

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Die Studie bestätigt, was IT-Experten schon lange warnen: Viele Unternehmen sind auf Cyber- und Hybrid-Angriffe nicht ausreichend vorbereitet. Ein kompakter Gratis‑Leitfaden erklärt praxisnahe Schutzmaßnahmen, einfache organisatorische Schritte zur Risikominderung und welche Maßnahmen Sie jetzt in Ihrer Firma priorisieren sollten. Gratis E‑Book: Cyber Security Awareness Trends herunterladen

Große Lücke zwischen Wissen und Handeln

Obwohl die Gefahr erkannt wird, ist die Vorbereitung mangelhaft. Nur 12 Prozent der Unternehmen fühlen sich „eher gut“ auf hybride Bedrohungen vorbereitet. 40 Prozent sehen sich sogar als „gar nicht“ vorbereitet an.

Ein kritisches Versäumnis: Nur jedes zehnte Unternehmen führt regelmäßige Krisenübungen durch. Dabei entscheidet der Notfallplan über die Handlungsfähigkeit in den ersten, entscheidenden Stunden nach einem Vorfall. Experten warnen: Viele Betriebe wären im Ernstfall schlicht überfordert.

Energieversorgung als größtes Risiko

Nicht alle Sektoren sind gleich verwundbar. Die Umfrage zeigt, welche Infrastrukturen als besonders kritisch gelten:
* Energieversorgung (90% sehen sie als gefährdet)
* Banken und Versicherungen (89%)
* Telekommunikation und IT (64%)
* Wasser- und Lebensmittelversorgung

Ein erfolgreicher Angriff auf die Energieversorgung hätte laut 97 Prozent der Befragten massive Auswirkungen auf den eigenen Betrieb. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst warnt davor, sensible Daten über kritische Infrastrukturen – wie die genaue Lage von Glasfaserleitungen – öffentlich zugänglich zu machen. Sie könnten Sabotageakte erleichtern.

Investitionen in Resilienz sollen steigen

Immerhin reagiert ein Teil der Wirtschaft: 37 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionen in die Krisenvorsorge zu erhöhen. Gefordert werden aber auch bessere politische Rahmenbedingungen.

Fast drei Viertel der Unternehmen sind überzeugt, dass Deutschland im internationalen Vergleich unzureichend auf hybride Angriffe vorbereitet ist. Der Handlungsdruck liegt damit nicht nur bei den Betrieben, sondern erfordert eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung.

@ boerse-global.de

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