Betriebsratswahlen, Rechte

Betriebsratswahlen: Rechte Listen erzielen punktuelle Erfolge

20.03.2026 - 00:00:34 | boerse-global.de

AfD-nahe Gruppierungen erzielen punktuelle Mandate in deutschen Betrieben, während etablierte Gewerkschaften ihre Dominanz behaupten und mit Aufklärung reagieren.

Betriebsratswahlen: Rechte Listen erzielen punktuelle Erfolge - Foto: über boerse-global.de
Betriebsratswahlen: Rechte Listen erzielen punktuelle Erfolge - Foto: über boerse-global.de

Die jüngsten Betriebsratswahlen zeigen: Rechte und AfD-nahe Gruppierungen versuchen verstärkt, in deutschen Betrieben Fuß zu fassen. Ihr Ziel? Die etablierten Gewerkschaften zu schwächen.

Kein Erdrutsch, aber Warnsignale bei VW und Co.

Der befürchtete große Rechtsruck in den Betrieben ist ausgeblieben. Doch punktuell konnten alternative Listen Erfolge verbuchen. Im Volkswagen-Werk Braunschweig zog die als AfD-nah geltende Liste „Zentrum“ erstmals in den Betriebsrat ein. Mit 6,49 Prozent der Stimmen sicherte sie sich zwei von 35 Sitzen. Die IG Metall bleibt mit 78,5 Prozent klar dominierend.

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Auch an anderen Automobilstandorten traten ähnliche Kräfte an. Im VW-Werk Zwickau erreichte das „Bündnis Freier Betriebsräte“ (BfB) 11,5 Prozent und vier Mandate. Im Motorenwerk Chemnitz konnte dieselbe Gruppierung vier Sitze halten, verzeichnete aber keine Zugewinne. „Der große Rechtsruck ist ausgeblieben“, bilanziert Soziologe Klaus Dörre. „Doch diese Organisationen können Teile der Belegschaft mobilisieren.“

Die Doppelstrategie der „Alternativ-Gewerkschaften“

Hinter der prominentesten Gruppe, dem Verein „Zentrum“, verbirgt sich eine gezielte Strategie. Gegründet 2009 im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim, positioniert sich die Organisation als Gegenpol zu den DGB-Gewerkschaften.

Experten wie Dörre beschreiben eine zweigleisige Taktik. Einerseits soll durch ständige rechtliche Anfechtungen von Wahlen „Sand ins Getriebe“ der Betriebsratsarbeit gestreut werden. Andererseits zielt die Kampagne darauf ab, IG Metall und Co. als „politisierte“ Akteure zu diskreditieren, die nicht mehr alle Arbeitnehmer vertreten. Inhaltlich setzen die Listen auf emotionale Themen: Sie lehnen die Elektromobilität als „sinnlose Transformation“ ab und schüren Ängste vor dem Verlust des Industriestandorts.

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Wie die etablierten Gewerkschaften reagieren

DGB, IG Metall und ver.di haben die Herausforderung erkannt. Ihre Gegenstrategie setzt auf Aufklärung und Stärkung der betrieblichen Demokratie, statt den rechten Listen eine Bühne zu bieten. Mit Initiativen wie „Betriebliche Demokratiekompetenz stärken“ werden Betriebsräte geschult, rechte Parolen zu entlarven.

Der Fokus liegt auf der eigenen Stärke: Tarifverträge, Arbeitsschutz und solidarische Vertretung für alle Beschäftigten. Studien der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung belegen, dass starke Mitbestimmung die Anfälligkeit für rechtsextreme Positionen deutlich senkt.

Ein langfristiger Kampf um die Betriebe

Experten warnen vor Entwarnung. Rechte Netzwerke sehen Betriebe als strategisches Feld, um gesellschaftlich zu verankern. Sie instrumentalisieren die Ängste von Arbeitnehmern in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die demokratischen Gewerkschaften mit ihrer Aufklärungsarbeit erfolgreich sind. Die Betriebsratswahlen sind damit mehr als eine Abstimmung über die Interessenvertretung. Sie sind ein Gradmesser für die Widerstandsfähigkeit unserer Demokratie – direkt am Arbeitsplatz.

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