Auftragnehmer-Mindestlohn in den USA – neue Stufen
15.02.2026 - 12:13:12 | boerse-global.deUSA setzt neuen Mindestlohn für Auftragnehmer fest – Compliance verschärft
In dieser Woche hat das US-Arbeitsministerium (DOL) eine Klarstellung zum Bundesmindestlohn für Auftragnehmer veröffentlicht. Ab dem 11. Mai 2026 gilt der Stundensatz von 13,65 US-Dollar für Arbeitskräfte, die im Rahmen geförderter Bundesverträge tätig sind. Die Veröffentlichung im Federal Register verdeutlicht: Der “Mindestlohn” der Vereinigten Staaten besteht nicht mehr aus einer einzigen Zahl, sondern aus einem zweigleisigen System, das Transparenz und Compliance anspruchsvoller macht.
Ein Blick auf die Grundlagen zeigt: Der allgemeine föderale Mindestlohn nach dem Fair Labor Standards Act (FLSA) liegt unverändert bei 7,25 USD pro Stunde – seit 2009. Doch zahlreiche Bundesstaaten haben eigene Mindestlöhne eingeführt, oft deutlich höher. In Deutschland liegt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn seit 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde. Klarer Unterschied: Deutschland setzt auf einen einheitlichen Flur, die USA operiert mit einem Patchwork-System aus Bundes-, Staats- und Vertragsregelungen.
Die Doppel-Struktur des Federal Minimum Wage
Zur Einordnung: Zwei Kerndefinitionen, die in den USA oft verwechselt werden.
1) Der gesetzliche Bundesmindestlohn (FLSA)
– Aktuell: 7,25 USD pro Stunde
– Status: Gleich seit 2009
– Rolle: Höchstens nationaler Boden, fällt aufgrund fehlender Indexierung oft hinter die Lebenshaltungskosten zurück. Viele Bundesstaaten setzen daher eigene, höhere Mindestlöhne fest.
2) Der Mindestlohn für Auftragnehmer (Federal Contractor Minimum Wage)
– Aktuell: 13,65 USD pro Stunde (Gültig für Verträge, die unter EO 13658 fallen)
– Rolle: Von der Exekutive festgelegt, an die Inflation angepasst und als Steuerungsinstrument für staatliche Beschaffung gedacht. Der Lohn für Arbeitnehmer in der Regierungslieferkette liegt damit deutlich über dem FLSA-Satz.
Warum das für Deutschland wichtig ist
Für deutsche Unternehmen mit US-Niederlassungen oder Beteiligungen hat die neue Einordnung drei Folgen:
– Compliance-Falle: Zwischen 7,25 USD und 13,65 USD klafft eine Lücke. Je nach Vertrag muss der Arbeitnehmer oft den höheren Satz bekommen, auch wenn ein kollege im gleichen Betrieb auf einer anderen Art von Auftrag arbeitet.
– Markt-Signalwirkung: Der 13,65 USD-Satz wirkt wie ein Orientierungspunkt für Löhne in Bereichen mit vielen Government-Aufträgen (Verteidigung, Bau, Gebäudereinigung). Private Branchen spüren damit tendenziell Druck nach oben.
– Vergleich zum deutschen System: Während Deutschland eine einheitliche Mindestsicherung bietet, zeigt sich in den USA eine strukturierte Abhängigkeit vom Vertragsinhalt und der dazugehörigen Rechtslage – ein wesentlicher Unterschied im Arbeitsrecht.
Konkrete Auswirkungen für Arbeitgeber
Die neue Mitteilung des DOL verlangt unmittelbares Handeln:
1) Vertragsüberprüfung: Unternehmen müssen alle laufenden Bundesverträge prüfen, ob EO 13658 Anwendung findet. Der neue Satz gilt für Verträge, die zwischen 11. Januar 2015 und 29. Januar 2022 abgeschlossen wurden; neuere Verträge bleiben rechtlich komplex.
2) Gehaltsanpassungen: Gehalts- und Lohnsysteme müssen bis zum 11. Mai 2026 auf den Betrag von 13,65 USD pro Stunde umgestellt werden. Verstöße können zu Nachzahlungen und Ausschlusskriterien bei zukünftigen Bundesaufträgen führen.
3) Korrespondenz und Poster: Arbeitgeber müssen die aktualisierte Hinweisverordnung “Worker Rights Under Executive Order 13658” am Arbeitsplatz auslegen.
4) Zuschläge für geringfügig entlohnte Mitarbeiter: Die Regelung erhöht auch den Anspruchsstundensatz für angesparte Trinkgelder auf 9,55 USD pro Stunde – eine zusätzliche Komplexität im Lohnsystem.
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Aus deutscher Perspektive bedeutet dies: Unternehmen sollten zeitnah eine Governance prüfen, ob und wie EO 13658 in ihren Vertragsportfolios wirkt, und interne Lohnprozesse entsprechend anpassen. Für DAX-Konzerne mit US-Töchtern könnte das zu einer zweistufigen Lohnpolitik führen, die sowohl lokale als auch übergeordnete Compliance abbildet.
Zukünftige Entwicklung und Einordnung
Experten rechnen damit, dass sich der Rechtsrahmen 2026 weiter entwickelt. Weiteres Behörden- oder Rechtsgutachten könnte Klarheit schaffen, insbesondere in Bezug auf Verträge, die nach 2022 abgeschlossen wurden. Gleichzeitig übt der seit Jahren eingefrorene FLSA-Satz Druck auf staatliche Erhöhungen aus; die relatively wachsende Lücke könnte zu weiteren Anpassungen führen.
Kurz gesagt: Der „Federal Minimum Wage“ ist in den USA kein einzelner Betrag, sondern eine Matrix aus Gesetzen und Verordnungen. Für internationale Unternehmen bleibt der Kern, Verträge, Lohnniveaus und Verantwortlichkeiten exakt zu prüfen – und auf dem aktuellen Stand zu bleiben.
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