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Apple Watch: Patentstreit mit Masimo vor entscheidender Wende

20.03.2026 - 01:10:00 | boerse-global.de

Ein US-Handelsrichter erlaubt den Import neuer Apple Watch-Modelle, während ein Berufungsgericht das Verbot für ältere Uhren bestätigt. Der milliardenschwere Technologiekrieg geht weiter.

Apple Watch: Patentstreit mit Masimo vor entscheidender Wende - Foto: über boerse-global.de
Apple Watch: Patentstreit mit Masimo vor entscheidender Wende - Foto: über boerse-global.de

Apple hat im jahrelangen Patentstreit mit dem Medizintechnik-Hersteller Masimo einen wichtigen Teilsieg errungen. Ein US-Handelsrichter entschied, dass die neugestalteten Apple Watch-Modelle keine Patente zur Blut-Sauerstoff-Messung verletzen. Damit ist ein erneuter Importstopp für die Smartwatches in den USA vom Tisch. Doch parallel bestätigte ein Berufungsgericht das ursprüngliche Verbot für ältere Modelle – ein typisches Hin und Her in einem milliardenschweren Technologiekrieg.

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ITC-Richterin gibt Apple recht

Die positive Entwicklung für Apple geht auf eine Entscheidung vom 18. März 2026 zurück. Die Richterin am US-Handelsgericht, Monica Bhattacharyya, kam zu dem Schluss, dass die intern als „Apple Redesign 2 Watch“ bezeichneten Modelle zwei zentrale Patente von Masimo nicht verletzen. Entscheidend ist auch ihr Urteil, dass Apple keine Patentverletzung veranlasst, wenn die umgestaltete Uhr mit einem iPhone gekoppelt wird.

Um den ursprünglichen Importstopp aus der Weihnachtssaison 2023 zu umgehen, hatte Apple einen technischen Workaround entwickelt. Die finale Berechnung der Pulsoximetrie-Daten findet nun nicht mehr im Prozessor der Uhr statt, sondern wird auf das gekoppelte iPhone ausgelagert. Nutzer starten die Messung am Handgelenk, sehen das Ergebnis aber auf dem Smartphone-Display. US-Zollbehörden hatten diese Lösung Anfang 2024 genehmigt, sodass Apple das Feature amerikanischen Kunden im August 2025 per Software-Update wieder zur Verfügung stellen konnte.

Berufungsgericht hält an altem Verbot fest

Während der ITC-Beschluss Apples aktuelles Vorgehen schützt, erlitt das Unternehmen am selben Tag einen Rückschlag an anderer Front. Das US-Bundesberufungsgericht bestätigte das ursprüngliche Importverbot von 2023. Dieses Verbot betrifft weiterhin alle Apple Watches mit der ursprünglichen, unveränderten Blut-Sauerstoff-Technologie.

Apple bleibt es damit untersagt, die ursprüngliche Version des Features auf in den USA verkauften Geräten wiederherzustellen. Das Unternehmen kündigte in einer Stellungnahme an, die Schlussfolgerung des Berufungsgerichts nicht zu teilen und alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Für den aktuellen Verkauf hat die Entscheidung jedoch keine unmittelbaren Folgen, da Apple seine Lieferkette bereits vollständig auf die genehmigten, neugestalteten Modelle umgestellt hat.

Hintergrund: Ein Konflikt mit vielen Fronten

Der Streit um die Pulsoximetrie-Technologie ist nur ein Teil eines größeren Konflikts, der 2020 begann. Damals warf Masimo Apple vor, gezielt Mitarbeiter abgeworben zu haben, um Geschäftsgeheimnisse im Gesundheitsbereich zu übernehmen. Die juristischen Auseinandersetzungen gehen weit über die ITC hinaus.

Im November 2025 verurteilte eine Bundesjury in Kalifornien Apple dazu, an Masimo 634 Millionen Dollar Schadensersatz für die Verletzung eines separaten Patents zu Herzfrequenz-Benachrichtigungen zu zahlen. Apple will auch dieses Urteil anfechten.

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Die Lage wird zusätzlich durch eine Unternehmensübernahme verkompliziert. Im Februar 2026 vereinbarte der Life-Sciences-Konzern Danaher, Masimo für 9,9 Milliarden Dollar zu kaufen. Es ist unklar, wie dieser Deal die aggressive Klage-Strategie von Masimo gegen Apple beeinflussen wird. Masimo akzeptiert den aktuellen Workaround nicht und hat eine separate Klage gegen den US-Zoll angestrengt, um die Genehmigung für Apples neugestalteten Uhren anzufechten.

Marktanalyse: Warum der Fall so wichtig ist

Für Apple ist die Wearables-Sparte ein äußerst profitables Geschäftsfeld. Der vorläufige ITC-Beschluss schützt das Unternehmen vor schweren Lieferkettenstörungen in kommenden Produktzyklen und sichert seine Wettbewerbsposition gegen Rivalen wie Samsung und Garmin im lukrativen Gesundheitsmarkt.

Der Fall zeigt die zunehmende Überschneidung von Unterhaltungselektronik und regulierter Medizintechnik. Tech-Konzerne, die fortschrittliche Gesundheits-Sensoren in Alltagsgeräte integrieren, geraten immer häufiger in Konflikt mit etablierten Medizintechnik-Herstellern und ihren umfangreichen Patent-Portfolios.

Apples Fähigkeit, Berechnungen auf das iPhone auszulagern, unterstreicht den strategischen Vorteil eines geschlossenen Hardware-Ökosystems. Diese Integration ermöglichte es dem Konzern, hardwarebasierte Patentbeschränkungen durch geschickte Software- und Gerätekopplung zu umgehen – eine Flexibilität, die Hersteller eigenständiger Wearables nicht haben.

Ausblick: Noch ist nichts endgültig

Die vorläufige Entscheidung der Richterin Bhattacharyya ist nicht das letzte Wort. Die volle US-Handelskommission muss die Ergebnisse nun überprüfen und eine endgültige Entscheidung treffen. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Monate. Bestätigt die Kommission das Urteil, hat Apple langfristig grünes Licht für den Import und Verkauf seiner modifizierten Smartwatches.

Die juristischen Schlachten werden auf mehreren Ebenen weitergehen. Apple muss die Berufung gegen das 634-Millionen-Dollar-Urteil vorantreiben, während Masimo seine Klage gegen die Zollentscheidung fortsetzt. Marktbeobachter werden zudem genau verfolgen, wie die bevorstehende Übernahme durch Danaher die Dynamik des Rechtsstreits verändert. Finanzexperten spekulieren, dass der Deal den Weg für einen umfassenden Vergleich oder eine Lizenzvereinbarung ebnen könnte. Das würde Apple endlich die regulatorische Planungssicherheit für seine gesundheitsorientierten Wearables der Zukunft geben.

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