Apple Watch erkennt Vorhofflimmern viermal häufiger als Standardversorgung
22.01.2026 - 23:05:12Eine klinische Studie zeigt: Die Smartwatch entdeckt die gefährliche Herzrhythmusstörung bei Risikopatienten deutlich effektiver als herkömmliche Methoden. Das könnte die Früherkennung von Schlaganfällen revolutionieren.
Amsterdam – Die Apple Watch ist einer neuen Studie zufolge wesentlich besser darin, gefährliches Vorhofflimmern (AFib) zu erkennen, als die übliche medizinische Versorgung. Die Ergebnisse der niederländischen EQUAL-Studie, die heute im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurden, belegen das Potenzial von Wearables für das Screening von Risikogruppen. Bei älteren Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko identifizierte die kontinuierliche Überwachung mit der Smartwatch in 180 Tagen viermal so viele neue Fälle.
Deutlicher Vorsprung in der Früherkennung
Die randomisierte kontrollierte Studie des Amsterdam University Medical Center verglich zwei Gruppen. Eine erhielt zur proaktiven Überwachung eine Apple Watch, die andere die übliche Facharztversorgung. Das Ergebnis ist eindeutig: Während die Smartwatch-Gruppe eine Detektionsrate von 9,6 Prozent erreichte, lag diese in der Kontrollgruppe nur bei 2,3 Prozent. Um einen neuen AFib-Fall zu finden, mussten nur 14 Personen mit der Uhr gescreent werden – ein äußerst effizienter Wert.
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Besonders bedeutsam: Fast die Hälfte (43 Prozent) der entdeckten Episoden verlief ohne spürbare Symptome. Die Betroffenen wussten also nichts von ihrer Rhythmusstörung. Da Vorhofflimmern eine Hauptursache für Schlaganfälle ist, ermöglicht diese frühe Entdeckung den rechtzeitigen Beginn vorbeugender Therapien, wie etwa mit Gerinnungshemmern. Alle in der Studie diagnostizierten Patienten erhielten eine solche Behandlung.
Studie belegt Machbarkeit im Klinikalltag
Die Forschung demonstriert, wie sich die kombinierte PPG- und EKG-Überwachung der Smartwatch über eine 24/7-Telemonitoring-Infrastruktur in die Routineversorgung integrieren lässt. Der Algorithmus der Apple Watch wies in der Studie einen positiven prädiktiven Wert (PPV) von 54 Prozent auf. Von 37 durch die Uhr gemeldeten Verdachtsfällen bestätigte sich die Diagnose bei 20 Patienten nach klinischer Überprüfung.
Diese Trefferquote sei vergleichbar mit der von computerinterpretierten Standard-EKGs, so die Autoren. Die klinische Nachprüfung der Smartwatch-Alarme wurde als Schlüssel herausgestellt, um Fehldiagnosen und falsche Therapien zu vermeiden. Die Studie war nicht darauf ausgelegt, direkte klinische Outcomes wie weniger Schlaganfälle zu messen. Hierzu seien größere Folgestudien nötig.
Regulatorischer Rückenwind und künftige Perspektiven
Die EQUAL-Studie fügt sich in eine wachsende Evidenzlage ein. Eine Meta-Analyse von 2025 attestierte der EKG-Funktion der Apple Watch bereits eine diagnostische Genauigkeit von rund 95 Prozent im Vergleich zum Goldstandard. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Technologie bereits anerkannt und qualifizierte im Mai 2024 die AFib-History-Funktion als Werkzeug für die klinische Forschung.
Die Ergebnisse dürften die Integration von Smartwatches in die klinische Praxis vorantreiben, insbesondere für das Screening von Risikogruppen. Der nächste Forschungsschritt wird nun sein, zu beweisen, dass die verbesserte Erkennung auch zu weniger Schlaganfällen führt. Experten sehen in der passiven, kontinuierlichen Überwachung einen Paradigmenwechsel – weg von der zufälligen Entdeckung während der Praxisvisite hin zu einem präventiven Gesundheitsmanagement.
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