Apple verlagert Millionen OLED-Bestellungen zu Samsung
21.01.2026 - 18:47:12Apple muss nach Produktionsproblemen beim chinesischen Zulieferer BOE Millionen von OLED-Bildschirm-Bestellungen für mehrere iPhone-Modelle an den Rivalen Samsung weiterleiten. Die seit zwei Monaten andauernden Störungen sind ein schwerer Rückschlag für BOE und gefährden Apples Strategie, seine Lieferkette für kritische Komponenten zu diversifizieren.
Produktionsausfälle bei Schlüsselzulieferer
Die Qualitätsprobleme bei BOE sind so gravierend, dass sie zu Stopps auf Fertigungslinien geführt haben und die Versorgung mit Displays für aktuelle und ältere iPhone-Modelle beeinträchtigen. Branchenkreise berichten, dass die Herstellungsschwierigkeiten bereits im November und Dezember 2025 auftraten und bis heute nicht gelöst sind.
Betroffen sind sowohl die technisch anspruchsvolleren LTPO-OLED-Panels für das iPhone 17 als auch die einfacheren LTPS-Panels für die iPhone-15- und 16-Serien. Besonders bemerkenswert: BOE galt bislang als stabiler Lieferant genau dieser LTPS-Displays. Die plötzlichen, flächendeckenden Ausfälle stellen daher eine erhebliche Verunsicherung dar.
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Samsung springt in die Bresche
Angesichts der BOE-Probleme hat Apple die Bestellungen umgeleitet. Samsung Display hat in den vergangenen zwei Monaten Millionen der verlagerten Aufträge übernommen. Die riesige und ausgereifte Fertigungskapazität des südkoreanischen Tech-Giganten ermöglicht es, solche plötzlichen, hochvolumigen Verschiebungen über mehrere iPhone-Modelle gleichzeitig aufzufangen.
Das Ausmaß ist beträchtlich. 2024 lieferte BOE schätzungsweise 40 Millionen iPhone-OLED-Panels. Für 2025 wird diese Zahl aufgrund der jüngsten Probleme nun unterschritten. Einigen Berichten zufolge hat Samsung bis zur Hälfte des aktuellen BOE-Bestellvolumens von Apple übernommen, um Produktionsausfälle zu verhindern.
Rückschlag für Diversifizierungs-Strategie
Die anhaltenden Probleme bei BOE stellen eine ernste Hürde für eine der Kernstrategien von Apple dar: die Verringerung der Abhängigkeit von Einzelanbietern. Jahrelang arbeitete der Konzern daran, mit Zulieferern wie BOE und LG Display den Einfluss Samsungs zurückzudrängen.
Mehr Wettbewerber sollten niedrigere Komponentenpreise ermöglichen und das Risiko eines einzelnen Ausfallpunkts minimieren. Die gesteigerten Aufträge für BOE übten in den vergangenen Jahren tatsächlich Preisdruck auf die koreanischen Partner aus. Der aktuelle Rückschlag zwingt Apple nun jedoch zurück in eine größere Abhängigkeit von Samsung – ein vorläufiger Dämpfer für diese Strategie.
Qualitätsgeschichte mit Hindernissen
Es ist nicht das erste Mal, dass BOEs Ambitionen, ein Top-Zulieferer für Apple zu werden, an Qualitätsproblemen scheitern. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit den extrem strengen Spezifikationen des iPhone-Herstellers. In der Vergangenheit gab es bereits Probleme mit Lichtlecks rund um die Dynamic-Island-Kamera.
Die aktuelle Situation wird zusätzlich kompliziert durch einen kürzlich beigelegten Rechtsstreit zwischen Samsung und BOE über mutmaßliche Patentverletzungen und den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen, der Ende 2025 beigelegt wurde.
Kritische Wochen für BOE
Der Fokus von BOE liegt nun darauf, die Produktion für das erwartete iPhone 17e zu stabilisieren, ein erschwinglicheres Modell, das diesen Frühling auf den Markt kommen soll. Der chinesische Hersteller soll den größten Anteil der Display-Bestellungen für genau dieses Gerät erhalten.
Angesichts der Schwere der aktuellen Störungen halten einige Analysten jedoch auch diese Aufträge für gefährdet. Samsung könnte einspringen und auch das Budget-Modell beliefern. Für BOE sind die kommenden Wochen entscheidend, um die Fertigungsprobleme zu lösen und zu beweisen, dass es ein verlässlicher Partner in der anspruchsvollsten Technologie-Lieferkette der Welt bleiben kann. Für Apple ist es eine Lektion in der Fragilität von Diversifizierung.
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