Apple schränkt Handy-Ortung für Netzbetreiber ein
20.02.2026 - 03:04:11 | boerse-global.deApple eröffnet eine neue Front im Kampf für digitale Privatsphäre. Mit der kommenden iOS-Version 26.3 führt der Konzern eine Funktion ein, die Mobilfunknetze daran hindert, die genaue Adresse eines Nutzers zu ermitteln. Die Einstellung „Präziser Standort beschränken“ markiert einen strategischen Schritt weg von der App-Überwachung hin zur Infrastruktur der Mobilkommunikation.
So schützt die neue Funktion
Die Neuerung reduziert die Genauigkeit der Standortdaten, die ein iPhone mit den Funkmasten teilt. Statt einer präzisen Adresse erhält das Mobilfunknetz nur noch einen groben Bereich – etwa ein Stadtviertel. Apple betont, dass essentielle Dienste nicht beeinträchtigt werden. Navigations-Apps, der „Wo ist?“-Dienst und vor allem der Notruf erhalten weiterhin genaue Standortdaten. Die Funktion zielt allein auf die passiven Daten ab, die das Netzwerk selbst erheben kann.
Nutzer finden die Einstellung in den Mobilfunk-Optionen. Nach der Aktivierung ist ein Neustart des Geräts erforderlich.
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Die Hürde: Hardware und Netzbetreiber
Die Umsetzung hat jedoch Grenzen. Die Funktion ist nur auf Geräten mit Apples eigenem C1- oder C1X-Modem verfügbar. Dazu zählen aktuell nur das iPhone Air, das iPhone 16e und die Mobilfunk-Version des M5 iPad Pro. Zudem muss der Netzbetreiber die Technologie unterstützen.
Die Liste der Partner ist kurz: In den USA ist es nur Boost Mobile, in Großbritannien EE und BT. In Deutschland unterstützt allein die Telekom die Funktion zum Start. Für die allermeisten iPhone-Nutzer, auch mit aktuellen Spitzenmodellen von Drittherstellern, bleibt die Privatsphäre-Einstellung damit vorerst unzugänglich.
Der nächste Schritt im Privatsphäre-Kreuzzug
Der Angriff auf die Netzbetreiber-Daten ist eine logische Fortsetzung von Apples langjährigem Kampf für Datenschutz. Er folgt auf die einstürzende Einführung der App-Tracking-Transparenz (ATT) 2021, die die Mobilwerbung revolutionierte. Doch ATT war kein Allheilmittel. Studien zeigen, dass viele Apps weiterhin Daten sammeln – über probabilistisches Tracking oder Server-seitige Erfassung.
Netzbetreiber stellen eine besondere Lücke dar. Sie haben ständigen Zugriff auf Standortdaten, ohne App-Berechtigungen zu benötigen. Diese Daten könnten an Broker verkauft oder von Strafverfolgungsbehörden abgerufen werden. Apples neue Funktion adressiert genau dieses Risiko.
Regulierungsdruck und Ausblick
Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der der regulatorische Druck auf den Umgang mit Standortdaten wächst. Im April 2024 verhängte die US-Bundeskommunikationsbehörde FCC Strafen in Höhe von fast 200 Millionen US-Dollar gegen große Netzbetreiber wegen des unrechtmäßigen Verkaufs von Kundendaten.
Die beschränkte Einführung gilt als Vorbote einer breiteren Umsetzung. Die für 2026 erwartete iPhone-18-Serie soll durchgängig mit Apple-Modems ausgestattet sein. Dann könnte „Präziser Standort beschränken“ zum Standard für Millionen werden. Apples Strategie, Privatsphäre durch Hardware-Kontrolle durchzusetzen, vertieft sich. Sie wird die globale Debatte darüber, wer Nutzerdaten kontrolliert und daran verdient, weiter anheizen.
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