Apple Aktie: Zoll-Entlastung
22.02.2026 - 09:59:00 | boerse-global.deApple bekommt Rückenwind aus Washington – und das gleich auf zwei Ebenen. Zum einen kippt der US Supreme Court zentrale Teile von Trumps globalen Zöllen. Zum anderen versucht Trump nur Stunden später, neue Abgaben über einen anderen Rechtsweg nachzuschieben. Was heißt das konkret für Apples Kosten und Planungssicherheit?
Supreme Court nimmt Druck von den Kosten
Der Supreme Court entschied mit 6 zu 3 Stimmen, dass Trump nicht die rechtliche Befugnis hatte, Zölle über den „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) zu verhängen. Genau darüber war ein großer Teil der weitreichenden Abgaben gelaufen.
Für Apple ist das mehr als Symbolpolitik. Laut CNBC hat der Konzern in den vergangenen drei Quartalen rund 3,3 Milliarden US-Dollar an Zöllen gezahlt – zuletzt etwa 1 Milliarde pro Quartal. Wenn diese Belastung tatsächlich wegfällt, könnten Produktions- und Importkosten sinken. Gleichzeitig würde der Druck nachlassen, die Fertigung immer schneller aus China heraus zu verlagern.
Apple hatte auf die hohen China-Zölle bereits reagiert: Etwa die Hälfte der in die USA gelieferten iPhones kommt dem Bericht zufolge inzwischen aus Indien. Viele weitere US-Produkte, etwa Macs, AirPods und Apple Watch, wurden verstärkt aus Vietnam bezogen – auch, weil dort niedrigere Zollsätze galten.
Am Freitag zählte die Aktie zu den stärkeren Dow-Werten. Aus den bereitgestellten Daten: Der Schlusskurs lag bei 224,60 €.
Rückzahlungen möglich – aber neue Zölle drohen
Mit dem Urteil steht auch eine zweite, heikle Frage im Raum: Könnte Apple bereits gezahlte Zölle zurückfordern? Ökonomen des Penn-Wharton Budget Model gehen laut Reuters davon aus, dass insgesamt mehr als 175 Milliarden US-Dollar an US-Zolleinnahmen potenziell Gegenstand von Rückerstattungsforderungen sein könnten. Die New York Times berichtet, Apple habe dazu keinen Kommentar abgegeben.
Planungssicherheit entsteht dadurch aber nicht automatisch. Denn kurz nach dem Urteil kündigte Trump neue Pläne an: einen „globalen Zoll“ von 10% auf Basis von Section 122 des Trade Act von 1974, die Zölle für 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses erlaubt. Laut Reuters sagte Trump am Samstag zudem, er wolle diesen Satz auf 15% anheben. Unterm Strich: Die rechtliche Grundlage ändert sich – das Zoll-Thema bleibt.
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Analystenfokus: iPhone 17 und März-Event
Evercore ISI bekräftigte laut CNBC am Freitag sein „Outperform“-Votum und argumentierte, viele „Bären-Sorgen“ seien durch das Urteil weitgehend ausgeräumt. Der Blick richte sich nun stärker auf den iPhone-17-Zyklus und mögliches Aufwärtspotenzial in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Dazu passt, dass Apple am 4. März ein größeres Produktevent in New York, London und Shanghai plant. Laut 9to5Mac und MacRumors soll die „special Apple Experience“ mehrere Neuheiten bringen – darunter ein iPhone 17e, neue MacBook-Pro-Modelle mit M5 Pro und M5 Max sowie neue iPads. Bloomberg-Journalist Mark Gurman berichtet zudem, Apple könnte im Vorfeld tägliche Ankündigungen statt einer klassischen Keynote wählen.
Parallel entsteht jedoch ein neuer juristischer Gegenwind: In West Virginia wurde laut CNBC Klage eingereicht. Der Vorwurf: Apple habe zu wenig gegen Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs auf iOS-Geräten und in iCloud-Diensten unternommen; konkret werden Verschlüsselungspraktiken als Hürde für Ermittler kritisiert. Apple erklärte, Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer – besonders von Kindern – seien zentral.
Unterm Strich bringt das Gerichtsurteil kurzfristig Entlastung bei einem wichtigen Kostenblock. Ob daraus ein dauerhafter Vorteil wird, hängt aber auch davon ab, wie schnell und wie wirksam neue Zollpläne umgesetzt werden – während der Markt zugleich auf die Produktnews rund um den 4. März schaut.
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