Amazon, Humanoid-Startup

Amazon übernimmt Humanoid-Startup Fauna Robotics

25.03.2026 - 08:18:47 | boerse-global.de

Amazon erwirbt das Startup Fauna Robotics und dessen menschenähnlichen Roboter Sprout, um in den Markt für soziale Roboter für Zuhause und Handel einzusteigen.

Amazon übernimmt Humanoid-Startup Fauna Robotics - Foto: über boerse-global.de
Amazon übernimmt Humanoid-Startup Fauna Robotics - Foto: über boerse-global.de

Amazon macht ernst mit Robotern für den Alltag: Der Konzern übernimmt das New Yorker Startup Fauna Robotics und dessen menschenähnlichen Roboter Sprout. Die Übernahme markiert eine strategische Wende – weg von reiner Lagerlogistik, hin zu sozialen Robotern für Zuhause und den Handel.

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Vom Lager in die Wohnung: Amazons neuer Roboterkurs

Der Deal, der diese Woche abgeschlossen wurde, bringt die gesamte Technik und das etwa 50-köpfige Team von Fauna Robotics in Amazons Personal Robotics Group. Bisher war Amazons Robotik vor allem durch die Übernahme von Kiva Systems im Jahr 2012 geprägt, die zu über einer Million Industrierobotern in den Logistikzentren führte. Mit Fauna geht der Konzern nun einen anderen Weg.

„Sprout“ ist kein Roboter für schwere Lasten. Mit etwa 107 Zentimetern Höhe und 23 Kilogramm Gewicht ist er deutlich kleiner und leichter als viele Konkurrenzmodelle. Sein Design mit weicher Polsterung und einem rechteckigen Kopf soll bewirken, dass sich Menschen – und auch Kinder – in seiner Nähe wohlfühlen. Die Technik im Inneren ist hochmodern: Eine NVIDIA Jetson AGX Orin Plattform ermöglicht Echtzeit-Interaktionen, 29 Freiheitsgrade inklusive beweglicher Augenbrauen sorgen für ausdrucksstarke soziale Signale.

Eine Plattform für Entwickler

Fauna Robotics vermarktete den Sprout vor der Übernahme als Entwicklerplattform für 50.000 US-Dollar. Zu den ersten Kunden gehörten Disney und Forscher der UC San Diego. Für Amazon ist diese Basis attraktiv: Statt eine eigene Hardware von Grund auf zu entwickeln, übernimmt der Konzern eine bereits erprobte Plattform, die speziell für die Interaktion mit Menschen optimiert ist.

Diese Akquisition ist bereits die zweite innerhalb von zehn Tagen. Erst am 19. März 2026 hatte Amazon die Übernahme des Schweizer Unternehmens Rivr bekannt gegeben, das sich auf vierbeinige Zustellroboter spezialisiert hat. Gemeinsam zeigen die Deals, dass Amazon ein Portfolio mobiler Roboter mit Beinen aufbaut. Diese können in unvorhersehbaren, menschlichen Umgebungen agieren – eine Aufgabe, vor der geräderte Roboter wie Amazons eigener Astro oft scheitern.

Direkter Wettbewerb mit Tesla Optimus

Experten sehen in dem Schritt einen klaren Schachzug im Wettrennen um menschenähnliche Roboter. Amazon positioniert sich damit im direkten Wettbewerb zu Teslas Optimus-Projekt. Während andere Hersteller auf rohe Kraft und industrielle Anwendungen setzen, setzt Amazon auf „Physical AI“ – also künstliche Intelligenz mit einem Körper, die hilfsbereit und sozial integriert ist.

Diese Strategie passt perfekt zu Amazons bestehendem Ökosystem aus Alexa-Geräten. Der Sprout könnte so zu einer mobilen, verkörperlichten Form des Sprachassistenten werden. Die Expertise der Fauna-Gründer, darunter ein ehemaliger DeepMind-Forscher, soll dabei helfen, Robotern langfristige Erinnerungen und die Fähigkeit zur Anpassung an individuelle Nutzer zu verleihen.

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New York wird zum Robotik-Hub

Ein zentraler Teil des Deals ist, dass das gesamte Team in New York City bleibt und in eine Amazon-Einrichtung in der Stadt zieht. Damit stärkt der Konzern bewusst den aufstrebenden KI- und Robotik-Standort New York und kann von der dortigen Entwicklergemeinschaft profitieren.

Der Markt für humanoide Roboter steht an der Schwelle zur Kommerzialisierung. Während Firmen wie Boston Dynamics auf Logistik setzen, ist der Konsumentenmarkt noch weitgehend unerschlossen. Amazons Einstieg mit einem „freundlichen“ Roboter könnte hier neue Maßstäbe setzen. Für den Konzern selbst ist es ein wichtiger strategischer Schritt nach dem gescheiterten Kauf des Staubsaugerroboterkonzerns iRobot im Jahr 2024.

Die Zukunft dürfte in der Integration liegen: Amazons eigene „Intelligent Motion“-Software, entwickelt für den Astro, könnte mit der Zweibeiner-Hardware von Fauna kombiniert werden. Das könnte das größte Problem lösen – die zuverlässige Navigation in chaotischen Wohnungen mit Spielzeug auf dem Boden und verschiedenen Bodenbelägen. Ob im Einzelhandel als Produktberater oder zu Hause als Helfer bei leichten Aufgaben: Mit Fauna Robotics macht Amazon einen entscheidenden Schritt in eine Zukunft, in der humanoid Roboter zum Alltag gehören.

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