Amazon bricht mit KI seine eigenen Lieferrekorde
05.02.2026 - 09:10:11Amazon hat 2025 die schnellsten globalen Lieferzeiten seiner Geschichte erreicht. Mehr als 13 Milliarden Artikel weltweit kamen noch am selben oder nächsten Tag beim Kunden an. Dieser Rekord, der kurz vor der Bekanntgabe der Jahreszahlen für 2025 bekannt wurde, ist das Ergebnis einer tiefgreifenden KI-Revolution im Logistiknetzwerk des Konzerns.
KI als strategischer Wettbewerbsvorteil
Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem der E-Commerce-Riese seine eigenen Bestmarken für Liefergeschwindigkeit bricht. Der Schlüssel liegt in hochentwickelten künstlichen Intelligenz-Modellen, die die Lagerhaltung optimieren. Die KI prognostiziert die Kundennachfrage und platziert die Ware dadurch näher am Verbraucher. So konnten allein in den USA über 8 Milliarden Sendungen 2025 im Same- oder Next-Day-Service ausgeliefert werden – ein Plus von mehr als 30 Prozent im Jahresvergleich.
Die Strategie heißt Regionalisierung. Statt Waren zentral zu lagern, unterteilt Amazon sein Netzwerk in kleinere, autarke Regionen. Die KI entscheidet dynamisch, welche Produkte in welchen regionalen Zentren vorgehalten werden müssen. Das spart Transportwege, senkt Kosten und erhöht die Geschwindigkeit. Für Prime-Mitglieder, die im Schnitt 550 US-Dollar sparten, wird das Versprechen so immer greifbarer.
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Vom Algorithmus zum Roboter: Die nächste Automatisierungswelle
Die KI-gesteuerte Planung ist aber nur der erste Schritt. Die physische Automatisierung steht als nächste große Welle bevor. Finanzvorstand Brian Olsavsky kündigte im dritten Quartal 2025 an, das regionale Netzwerk durch den verstärkten Einsatz von Robotik und Automation weiter auszubauen. In den Logistikzentren übernehmen Roboter bereits heute einen wachsenden Anteil beim Kommissionieren, Verpacken und Sortieren.
Unter CEO Andy Jassy ist Effizienz durch Technologie oberstes Gebot. Er treibt eine Kultur der Geschwindigkeit und schlanken Prozesse voran. Zwar wurden jüngste Stellenstreichungen offiziell als „kultureller Reset“ und nicht als KI-Ersatz deklariert. Jassy räumt jedoch ein, dass Effizienzgewinne durch KI die Belegschaft in den kommenden Jahren grundlegend verändern werden – von der Büroetage bis in die Lagerhalle.
Erwartungen an die Bilanz und die Zukunft
Die Bilanz für das vierte Quartal 2025 wird mit Spannung erwartet. Analysten prognostizieren einen Umsatz von rund 211,3 bis 211,6 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von etwa 1,97 US-Dollar. Die KI-getriebene Effizienzstory ist entscheidend, um die immensen Investitionen in Technologie zu rechtfertigen. Allein 2025 beliefen sich die Kapitalausgaben auf etwa 125 Milliarden US-Dollar.
Während der profitstarke Cloud-Dienst AWS weiter wächst, muss Amazon auch im margenschwächeren Kerngeschäft des Online-Handels operative Verbesserungen vorweisen. Die Rekord-Lieferzeiten in der starken Weihnachtssaison zeigen, dass die Investitionen in KI und Logistik Früchte tragen. Für 2026 wird der Fokus auf der Integration noch ausgefeilterer Robotik in den gesamten Erfüllungsprozess liegen. Die Effizienzsprünge von 2025 dürften damit erst der Anfang gewesen sein.


