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Frankfurt Eröffnung: Dax sinkt - Anleger wieder vorsichtiger

04.02.2026 - 10:39:35

Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Mittwoch wieder etwas vorsichtiger agiert.

Die Commerzbank verwies auf die Besorgnis bezüglich der Einführung neuer Tools rund um Künstliche Intelligenz (KI) und deren potenzielle Störung traditioneller Geschäftsmodelle. Das hatte zuletzt vor allem die Aktien von Software- und Datenbankanbieter belastet. Stützend wirkte hingegen die anhaltende Erholung der Gold- und Silberpreise, deren scharfe Korrektur vergangene Woche auch die Aktienmärkte belastet hatte.

Der Leitindex Dax DE0008469008 büßte anfängliche moderate Gewinne ein und fiel um 0,6 Prozent auf 24.624 Punkte. Die runde Marke von 25.000 Punkten, die am Dienstag nur kurz überwunden werden konnte, bleibt damit eine große Hürde für das Börsenbarometer.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte sank um 0,4 Prozent auf 31.410 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,4 Prozent nach unten.

Im Fokus bleiben die geopolitischen Konfliktherde. So blicken Anleger gespannt darauf, was Unterhändler Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi in Bezug auf ein erhofftes Kriegsende ausloten. Was den Iran betrifft, hat das US-Militär offenbar eine iranische Überwachungsdrohne unweit der Südküste des Landes abgeschossen. Derweil ist der Ort für geplante Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nach Aussagen aus Teheran noch nicht festgelegt.

Auf Sektorebene hatte ein Bericht im "Handelsblatt" über die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die Europäische Union unterschiedliche Auswirkungen. Mit minus fünf Prozent davon belastet wurden die Aktie von Heidelberg Materials DE0006047004, während viele Titel aus dem Chemiebereich davon profitierten. BASF DE000BASF111 stiegen im Dax um vier Prozent. Im MDax zogen Evonik DE000EVNK013, Wacker Chemie DE000WCH8881 und Lanxess DE0005470405 zwischen 4,9 und 6,4 Prozent,

In dem Medienbericht heißt es unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel, abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten.

Heidelberg Materials dagegen litt unter der Nachricht - laut Händlern, weil Anleger zuletzt darauf gesetzt hätten, dass der Zementkonzern ein Vorreiter dabei sei, die Produktion emissionsfrei zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer.

Zudem richteten sich die Blicke auf Geschäftszahlen des Chipkonzerns Infineon DE0006231004 und nach US-Börsenschluss auf die der Google-Mutterkonzern Alphabet US02079K3059. Infineon verzeichnete auch im ersten Geschäftsquartal eine dynamische Nachfrage bei KI, während das Marktumfeld ansonsten verhalten blieb. Die von Analysten viel beachtete Marge für das operative Geschäft sank zwar, fiel aber damit besser aus, als von Analysten zuvor erwartet. Angesichts des Booms im Geschäft mit Künstlicher Intelligenz im laufenden Geschäftsjahr erhöht Infineon zudem seine Investitionen kräftig. Die Aktien von Infineon rutschten im Handelsverlauf ins Minus und verloren zuletzt 2,5 Prozent.

Die Papiere von PVA Tepla DE0007461006 brachen als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 um gut 16 Prozent ein. Das Technologieunternehmen hatte im vergangene Jahr in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld weniger Umsatz erzielt und verdient. Zudem enttäuschte der Ausblick.

@ dpa.de