Altersvorsorge-Reform: Bundestag ebnet Weg für neues System
27.03.2026 - 00:00:27 | boerse-global.deDie private Altersvorsorge in Deutschland wird ab 2027 grundlegend modernisiert. Der Bundestag hat heute das Gesetz für ein neues, kapitalmarktorientiertes Vorsorgesystem verabschiedet.
Abschied von Riester, Start für neues Depot
Das Herzstück der Reform ist das neue renditeorientierte Altersvorsorgedepot. Es soll Sparern ermöglichen, stärker von den Chancen der Kapitalmärkte zu profitieren – allerdings ohne Kapitalgarantie. Für Sicherheitsbedürftige bleiben Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Absicherung verfügbar. Ein entscheidender Schritt: Der Staat kann ein kostengünstiges Standarddepot mit einer Kostendeckelung von einem Prozent anbieten. Dies soll eine einfache und transparente Alternative zu teuren Privatprodukten schaffen.
Mehr Geld vom Staat für Familien und Geringverdiener
Die staatliche Förderung wird neu und deutlich großzügiger geregelt. Künftig gibt es eine prozentuale Zulage auf die eigenen Beiträge. Die maximale Grundförderung steigt auf 540 Euro pro Jahr. Ein besonderer Fokus liegt auf Familien: Für Sparer mit Kindern sieht der Entwurf eine Zulage von 100 Prozent auf Eigenbeiträge bis 300 Euro vor. Eine wichtige Neuerung: Auch Selbstständige können ab 2027 erstmals direkt in ein gefördertes Depot einzahlen – ein lange geforderter Schritt.
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Frühstart-Rente: 10 Euro monatlich vom Staat für Kinder
Ein weiterer Eckpfeiler ist die Frühstart-Rente. Der Staat zahlt für jedes berechtigte Kind vom 6. bis zum 18. Geburtstag monatlich 10 Euro in ein kapitalgedecktes Depot ein. Die Förderung startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 für den Jahrgang 2020. Ab 2027 sollen Kinder aus einkommensschwachen Haushalten einen zusätzlichen Zuschuss von 5 Euro erhalten. Die Erträge wachsen steuerfrei an und sind für die Altersvorsorge zweckgebunden.
Übergang für Millionen Riester-Sparer
Die bisherige Riester-Rente wird schrittweise abgelöst. Ab Ende 2026 können keine neuen Verträge mehr abgeschlossen werden. Für bestehende Verträge gilt Bestandsschutz. Sparer haben jedoch die Option, ihr Guthaben steuerneutral in das neue, kostengünstigere System zu übertragen. Experten raten insbesondere Besitzern teurer Versicherungsprodukten zu einer Prüfung dieses Wechsels.
Kritik am Kostendeckel und der Umsetzung
Trotz der weitreichenden Neuerungen bleiben kritische Stimmen. Verbraucherschützer halten den Kostendeckel von einem Prozent für das Standarddepot für immer noch zu hoch. Sie warnen davor, dass uninformierte Sparer weiterhin in teurere Produkte gedrängt werden könnten. Offen ist auch, ob das öffentliche Standarddepot bis zum geplanten Starttermin am 1. Januar 2027 rechtzeitig realisiert werden kann.
Die Reform markiert einen Paradigmenwechsel hin zu einer kapitalmarktnäheren und sozial gerechteren privaten Vorsorge. Ihr Erfolg wird maßgeblich von der Transparenz der neuen Produkte und der Qualität der Verbraucherberatung abhängen.
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