Akupressur, Studie

Akupressur: Studie belegt Wirkung auf Schmerz-Netzwerke im Gehirn

13.02.2026 - 12:39:12

Eine klinische Studie zeigt, wie die Stimulation von Meridianpunkten die Konnektivität im Gehirn normalisiert und Migränetage reduziert. Die Ergebnisse liefern eine wissenschaftliche Erklärung für traditionelle Heilmethoden.

Forschungsergebnisse zeigen, wie Druck auf Meridianpunkte Migräne lindert – und liefern eine wissenschaftliche Erklärung für traditionelle Heilmethoden.

Die Diskussion um nicht-medikamentöse Kopfschmerztherapien erhält neuen Auftrieb. Eine aktuelle klinische Studie liefert die bisher stärkste Evidenz dafür, wie die Stimulation spezifischer Meridianpunkte – das Kernprinzip von Akupunktur und Akupressur – die Konnektivität im Gehirn verändert und Migräneattacken reduziert. Die im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Arbeit gewann diese Woche nach einer detaillierten Analyse durch Medscape erneut an Aufmerksamkeit.

Für Befürworter der Akupressur, der nicht-invasiven Druckausübung auf Meridianpunkte, bieten die Daten eine überzeugende biologische Erklärung. Die Forschung identifiziert spezifische neuronale Pfade, die auf die Stimulation reagieren und überbrückt so die Lücke zwischen Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) und moderner Neurowissenschaft.

Die Studie: So verändert Stimulation das Gehirn

Im Zentrum steht eine randomisierte klinische Studie unter Leitung von Dr. Xinyu Zhang vom Beijing Hospital of Traditional Chinese Medicine. Die Forscher untersuchten 120 Patienten mit Migräne ohne Aura. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) beobachteten sie Veränderungen im „Konnektom“ des Gehirns – der komplexen Landkarte neuronaler Verbindungen – vor und nach der Behandlung.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die echte Stimulation spezifischer Meridianpunkte führte im Vergleich zu einer Scheinbehandlung zu einer signifikanten Reduktion der monatlichen Migränetage. Entscheidend ist der gefundene Mechanismus: Die Linderung korrelierte mit spezifischen Veränderungen im Default Mode Network (DMN) und im subkortikalen Kleinhirn.

Die Therapie modulierte erfolgreich eine „Hypokonnektivität“ in diesen Regionen. Einfach gesagt: Die Stimulation normalisierte die Kommunikation zwischen den Hirnarealen, die Schmerz und sensorische Informationen verarbeiten. Dies liefert einen messbaren, physiologischen Mechanismus dafür, wie Meridianstimulation den Teufelskreis chronischer Kopfschmerzen durchbrechen kann.

Von der Nadel zum Fingerdruck: Das Prinzip bleibt

Die Studie nutzte zwar Akupunkturnadeln, um acht spezifische Punkte zu stimulieren. Für Praktiker der ganzheitlichen Medizin validieren die Ergebnisse jedoch das Meridiansystem an sich. Akupressur funktioniert nach dem identischen Prinzip: Sie aktiviert die gleichen „Qi“- oder Energiekanäle, verwendet dafür aber manuellen Druck statt Nadeln.

Experten vermuten, dass das „Deqi“-Gefühl – oft als dumpfer Schmerz oder Kribbeln beschrieben – der Schlüssel ist, um die schmerzlindernde Reaktion im Gehirn auszulösen. Diese Empfindung kann durch tiefen, anhaltenden Fingerdruck erreicht werden. Damit wird Akupressur zu einer praktikablen „Heimanwendung“ der klinischen Erkenntnisse.

Praktische Anwendung: Zwei Schlüsselpunkte zur Selbstbehandlung

Die Studie arbeitete mit einem standardisierten Protokoll aus acht Akupressurpunkten. Für die Selbstanwendung zu Hause konzentriert man sich am besten auf die zugänglichsten dieser Punkte. Zwei sind in der klinischen Literatur für Kopfschmerzlinderung führend:

LI4 (Hegu) – Der Talpunkt

Lage: Auf dem Handrücken, in der muskulösen Vertiefung zwischen Daumen und Zeigefinger.
* Technik: Mit dem Daumen der anderen Hand 2-3 Minuten festen, kreisenden Druck ausüben.
* Wirkung: Traditionell mit der Lösung von Spannungen in Kopf und Gesicht verbunden.
* Wichtig: Schwangere sollten die Stimulation von LI4 unbedingt vermeiden, da sie wehenfördernd wirken kann.

GB20 (Fengchi) – Der Wind-Teich

Lage: Am Schädelansatz, in den Vertiefungen beidseits der Nackenmuskeln.
* Technik: Hände hinter dem Kopf verschränken und mit den Daumen fest nach oben in die Vertiefungen drücken.
* Wirkung: Speziell bei Spannungskopfschmerzen und Migräne, die von Nackensteifigkeit ausgeht – ein Mechanismus, den die Studie durch die gefundene subkortikal-motorische Konnektivität stützt.

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Ausblick: Personalisierte Schmerztherapie dank Gehirnscan

Die in der Zhang-Studie verwendete „konnektom-basierte Vorhersagemodellierung“ weist auf eine neue Ära der Schmerzbehandlung hin. Die Forscher fanden heraus, dass Basis-Gehirnscans vorhersagen konnten, welche Patienten am besten auf die Therapie ansprechen würden.

Das deutet auf eine Zukunft hin, in der Kopfschmerztherapien hochgradig personalisiert sein könnten. Statt eines Trial-and-Error-Ansatzes mit Medikamenten könnten Patienten künftig ein Neuroimaging erhalten, um festzustellen, ob ihre spezifischen Hirnverbindungsmuster sie zu idealen Kandidaten für Meridian-Therapien wie Akupressur machen.

Die Grenze zwischen „alternativer“ und „evidenzbasierter“ Medizin verschwimmt weiter. Die moderne Technologie liefert nun die Beweise, auf die uralte Heilpraktiken seit Jahrhunderten gewartet haben.


Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie vor Beginn einer neuen Behandlung immer eine medizinische Fachkraft, insbesondere bei bestehenden Gesundheitsproblemen oder in der Schwangerschaft.

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