VanEck Gold Miners ETF: 201 Tonnen Zuflüsse trotz Arbeitsmarkt-Schock
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 05:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke US-Arbeitsmarktdaten haben den Goldpreis unter Druck gesetzt und belasten damit auch den VanEck Gold Miners ETF. Während die Aussicht auf weiter steigende Zinsen kurzfristig für Verkäufe sorgt, bewerten Analysten die aktuelle Korrektur als Einstiegschance. Getragen wird der Sektor weiterhin von einer massiven physischen Nachfrage durch globale Notenbanken, allen voran aus China.
Arbeitsmarktdaten belasten Edelmetallsektor
Der Auslöser für die jüngste Volatilität war der Bericht zu den US-Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft. Im August entstanden in den USA 162.000 neue Stellen, was den Konsens von 56.000 deutlich übertraf.
In der Folge stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve im laufenden Monat auf rund 63 Prozent. Gold reagierte empfindlich auf diese Entwicklung und verbilligte sich am Markt auf rund 4.410 US-Dollar pro Unze.
Trotz dieser kurzfristigen Belastung bleibt das fundamentale Interesse an Goldprodukten hoch. Laut Societe Generale verzeichneten Gold-ETFs im August Zuflüsse von 201 Tonnen, was den dritthöchsten Monatswert in der Geschichte dieser Anlageklasse darstellt.
Die Experten sehen das Edelmetall trotz des Rücksetzers von den Höchstständen zu Beginn des Jahres in einem strukturellen Aufwärtstrend, da institutionelle Geldverwalter ihre Netto-Long-Positionen auf hohem Niveau halten.
Analysten sehen Einstiegsgelegenheiten
Anthony Kim, Leiter des Metallhandels bei Goldman Sachs, bezeichnet die aktuelle Phase als Pause in einem intakten Bullenmarkt. Er sieht eine solide Unterstützung bei einem Goldpreis von 4.000 US-Dollar und empfiehlt Anlegern, Long-Positionen vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses aufzubauen. Goldman Sachs Research prognostiziert, dass der Goldpreis bis Ende 2026 ein Niveau von 4.900 US-Dollar erreichen könnte.
Unterstützung erhält der Sektor auch durch positive Nachrichten einzelner Unternehmen innerhalb des Portfolios. So kündigte Genesis Minerals gestern die Zahlung einer ersten Dividende an, nachdem das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2026 ein Rekord-EBITDA von 952,4 Millionen australischen Dollar gemeldet hatte. Solche Ausschüttungen signalisieren eine zunehmende operative Stärke der Minenbetreiber in einem Umfeld hoher Rohstoffpreise.
Notenbanken stützen die globale Goldnachfrage
Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor bleibt die Kaufaktivität der Zentralbanken. Die chinesische Volksbank PBOC meldete für Ende August Goldreserven von 76,73 Millionen Unzen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 20,2 Tonnen im Vergleich zum Vormonat. Damit hat China seine Bestände den 22. Monat in Folge aufgestockt. Auch andere Länder wie Indien, Polen und zuletzt sogar Uruguay traten laut Berichten des World Gold Council als Käufer am Markt auf.
Trotz der gestrigen Kursverluste von 0,9 Prozent weist der VanEck Gold Miners ETF seit Jahresbeginn eine positive Bilanz von 15 Prozent auf. Das Papier schloss am Dienstag bei einem Stand von 98,41 USD. Damit notiert der Wert aktuell rund 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang März erreicht worden war. Marktteilnehmer warten nun gespannt auf die anstehenden US-Inflationsdaten, die den weiteren Zinskurs maßgeblich beeinflussen dürften.
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