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UBS Aktie: Zweiter Großinvestor fordert Schweiz-Ausstieg

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 07:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kapitalvorgaben könnten UBS zusätzlich belasten; zugleich kündigte die Bank die Rückzahlung japanischer Yen-Anleihen an.

Kubisches Hochhaus aus Glas und Stahl, Froschperspektive, strahlend blau
UBS Group AG CH0244767585 symbolisiert durch kubisches Glas-Stahl-Bankgebäude mit klaren Linien und spiegelnder Fassade Illustration mit AI erstellt.

Der politische Druck auf UBS zieht an den Finanzmärkten weitere Kreise. Nachdem die Schweizer Großbank bereits mit den Beschlüssen des Parlaments zur Verschärfung der Eigenkapitalregeln konfrontiert ist, formiert sich nun auch unter den Anteilseignern spürbarer Widerstand.

Medienberichten zufolge forderte am Donnerstag ein zweiter bedeutender Investor das Institut dazu auf, einen Wegzug aus der Schweiz zu prüfen. Die Nachricht sorgte für Verunsicherung: Am Donnerstag verlor der Titel an der Börse 3,1 Prozent und ging am Freitag schließlich bei 42,39 Euro ins Wochenende.

Debatte um Standort und Kapitalregeln eskaliert

Auslöser der anhaltenden Diskussionen sind die Pläne zur Bankenregulierung in Bern. Nach diesen sollen systemrelevante Institute ihre ausländischen Beteiligungen künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen.

UBS bezifferte die Folgen einer solchen Umsetzung bereits präzise: Allein für die ausländischen Töchter müssten rund 16 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem hartem Kernkapital vorgehalten werden.

Rechnet man die bereits zuvor genannten Anforderungen hinzu, beläuft sich der zusätzliche Kapitalbedarf seit der Übernahme der Credit Suisse auf rund 33 Milliarden US-Dollar. Die jährlichen Integrationskosten bezifferte der Konzern auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar.

Während Finanzministerin Karin Keller-Sutter eine Verlagerung des Konzernsitzes ins Ausland als unwahrscheinlich bezeichnete, wächst unter den Aktionären die Sorge vor einer dauerhaften Belastung der Profitabilität. RBC-Analysten schätzten am 28. September, dass der vorliegende Vorschlag zur Kapitalreform den Gewinn je Aktie um rund 9 Prozent schmälern könnte, und stuften den Parlamentsbeschluss als nahe am Negativszenario ein.

Spekulationen über Zusammenschlüsse und operative Schritte

Die Aussicht auf deutlich höhere Kapitalpolster heizt zugleich Spekulationen über strategische Alternativen an. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Schweizer Medien berichtete, sollen mindestens acht ausländische Institute Interesse an einer Fusion oder einer Partnerschaft mit UBS signalisiert haben. Die Bank selbst lehnte eine Stellungnahme ab und erklärte gegenüber Medien, derartige Spekulationen grundsätzlich nicht zu kommentieren.

Abseits der Regulierungsdebatte setzt das Management die Bereinigung der übernommenen Altlasten fort. Gestern kündigte UBS an, sämtliche ausstehenden Senior Notes im Volumen von 8,3 Milliarden japanischen Yen zum optionalen Rückzahlungstermin am 27. Oktober 2026 zu tilgen.

Diese Papiere stammten ursprünglich von der Credit Suisse Group. Bereits am 22. September hatte das Institut zudem einen Rechtsstreit mit der niederländischen Staatsanwaltschaft über eine Zahlung von 5 Millionen Euro beigelegt, der frühere Kunden der Credit Suisse betraf.

Auf Jahressicht verzeichnet der Titel ein Plus von 6,6 Prozent seit Jahresanfang.

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