UBS Aktie: Senat fordert Antworten zu NS-Konten
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Senatsjustizausschuss erhöht den Druck auf UBS in einem seit Jahrzehnten schwelenden Fall. Ausschussvorsitzender Charles Grassley verlangt von der Bank zusätzliche Antworten zu Konten von NS-Tätern und deren Familien bei der früheren Credit Suisse. Das Schreiben datiert vom 17. Juli, umfasst 62 weitere Fragen und wurde nun öffentlich.
UBS verweist auf einen Vergleich aus dem Jahr 1998 über 1,25 Milliarden US-Dollar, mit dem Schweizer Banken ähnliche Vorwürfe damals beilegten. Zusätzlich läuft eine eigene Überprüfung, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll.
Die Bank beziffert den bisherigen Aufwand auf über 100 Millionen US-Dollar und hat nach eigenen Angaben rund 19 Millionen Dokumente bereitgestellt. Ombudsmann Neil Barofsky wirft UBS dennoch vor, Unterlagen zurückzuhalten – ein Vorwurf, den die Bank zurückweist.
Politischer Gegenwind aus zwei Richtungen
Der Fall trifft UBS in einer ohnehin angespannten Phase. Parallel zur Senatsanfrage laufen in Bern die Beratungen zur künftigen Eigenkapitalunterlegung ausländischer Beteiligungen der Bank – ein Thema, das die Aktie in den vergangenen Tagen bewegt hat.
Die Herbstsession im Schweizer Parlament greift die Bankenregulierung erneut auf: Der Ständerat berät am 17. September über die Eigenmittelvorschriften für UBS. Damit bleibt die Kapitalfrage über den Monat hinweg ein Belastungsfaktor für das Sentiment rund um den Titel.
Die Doppelbelastung aus historischer Aufarbeitung und laufender Regulierungsdebatte zeigt, wie sehr UBS auch Jahre nach der Übernahme der Credit Suisse noch mit deren Altlasten ringt. Für Anleger bedeutet das: Neben den operativen Kennzahlen bleibt die juristische und politische Risikoprämie ein Faktor, den es im Blick zu behalten gilt.
Kurs bewegt sich nahe Rekordniveau
Von den Belastungen aus Washington zeigt sich der Aktienkurs bislang kaum beeindruckt. Das Papier notiert bei 47,43 Euro und damit nur 1,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro, das erst Mitte Juli erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die politischen und juristischen Risiken bislang nicht die Oberhand über die positive Kursentwicklung gewonnen haben.
Weitere Rolle als Investmentbank im Hintergrund
Abseits der Nazi-Konten-Affäre tritt UBS an anderer Stelle in ihrer klassischen Funktion als Investmentbank auf: Sie fungiert als Stabilisierungsmanagerin für eine Nachranganleihe der Swiss Life Finance II AG über 600 Millionen Euro sowie als eine von mehreren beteiligten Banken bei einer AT1-Anleihe der Commerzbank. Solche Mandate unterstreichen, dass das Investmentbanking-Geschäft trotz der belastenden Altfälle weiterläuft und laufende Erträge generiert.
Für Anleger bleibt der Fall der CS-Nazi-Konten damit vor allem ein Reputations- und potenzielles Kostenrisiko, dessen finanzielle Dimension noch offen ist. Solange die eigene Überprüfung der Bank nicht abgeschlossen ist und der Senatsausschuss weitere Fragen nachreicht, dürfte das Thema die Berichterstattung über UBS auch in den kommenden Monaten begleiten.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 3. September liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
