UBS, Aktie

UBS Aktie: Rückkaufvolumen auf 5,8 Milliarden Dollar aufgestockt

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 16:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBS stockt den Rückkauf eigener Schuldtitel auf 5,8 Milliarden US-Dollar auf. CEO Ermotti verteidigt den Schweizer Standort und die Integration.

Moderner Bankschalter mit Glaspartitionen und Stahltresor im Hintergrund
UBS Group AG CH0244767585 zeigt einen modernen Bankschalterbereich mit eleganten Glaspartitionen und massiver Stahl-Tresortür Illustration mit AI erstellt.

UBS hat ihr Rückkaufangebot für ausstehende Schuldtitel erneut ausgeweitet. Das maximale Volumen stieg von 4,0 Milliarden auf 5,8 Milliarden US-Dollar, neun parallel laufende Angebote sind inzwischen abgeschlossen. Die Abwicklung ist für den 14. September geplant. Für Anleger ist das ein Signal finanzieller Stärke – die Bank nutzt ihre Kapitalposition aktiv, um Fremdkapital günstiger zu strukturieren.

Im Zentrum der Woche stand jedoch ein Interview von CEO Sergio Ermotti mit CNBC. Darin bezeichnete er die Integration der Credit Suisse als auf gutem Weg und stellte Aktionären wie Kunden weitere Vorteile in Aussicht. Die Profitabilität der Bank solle wieder das Niveau von vor der Übernahme erreichen. Damit äußerte sich Ermotti erstmals wieder öffentlich und ausführlich zum Stand der größten Integrationsaufgabe der Schweizer Bankengeschichte.

Kapitalstreit bleibt ungelöst

Deutlicher wurde Ermotti beim Thema Kapitalanforderungen. Den Vorschlag des Bundesrates bezeichnete er als „extrem" – eine Formulierung, die den seit Wochen schwelenden Streit um strengere Eigenkapitalvorgaben für die Bank neu befeuert.

Der zuständige Ausschuss hatte sich bereits vor rund zwei Wochen mit dem UBS-Kapitalpuffer befasst, seither hat die Aktie um 1,2 Prozent zugelegt. Die klare Wortwahl des CEO deutet darauf hin, dass die Bank ihren Widerstand gegen schärfere Vorgaben nicht aufgibt, obwohl der politische Druck in der Schweiz hoch bleibt.

Zugleich schloss Ermotti eine Verlegung des UBS-Sitzes aus der Schweiz aus. Diese Aussage dürfte jene Stimmen beruhigen, die angesichts des Kapitalstreits über einen möglichen Wegzug spekuliert hatten. Für die Bank signalisiert das Bekenntnis zum Standort auch politisches Kalkül: Wer den Kapitalvorschlag scharf kritisiert, aber gleichzeitig am Standort festhält, sucht offenbar den Kompromiss über Verhandlungen statt über Drohkulissen.

Zinswende beeinflusst Ausblick

Parallel zur Integrationsdebatte hat UBS Global Wealth Management seine Zinserwartung revidiert. Die Sparte rechnet nun mit zwei Zinserhöhungen der US-Notenbank um jeweils 25 Basispunkte im September und Dezember 2026, nachdem zuvor keine Änderung erwartet worden war.

Als Gründe nennt die UBS-Einheit stärkere US-Arbeitsmarktdaten und eine hawkische Kommunikation der Fed. Eine solche Neubewertung hat unmittelbare Relevanz für das Wealth-Management-Geschäft, da höhere Zinsen die Margen im Zinsdifferenzgeschäft beeinflussen.

Daneben treibt UBS ihr Refinanzierungsmanagement weiter voran: Senior Callable Notes im Umfang von 750 Millionen britischen Pfund werden vorzeitig zum 30. September zurückgezahlt, letzter Handelstag ist der 28. September.

Blick auf den Kurs

Die Aktie notiert aktuell bei 47,21 Euro und legt am heutigen Freitag um 1,8 Prozent zu, nachdem sie am Donnerstag bei 46,39 Euro geschlossen hatte. Damit nähert sich das Papier seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro wieder an, der Abstand beträgt nur noch 2,0 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche.

Anleger honorieren damit sowohl die aktive Bilanzsteuerung über die Anleiherückkäufe als auch Ermottis Signale zur Integration, während der ungelöste Kapitalstreit mit Bern als Unsicherheitsfaktor bestehen bleibt. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 28. Oktober angesetzt und dürften zeigen, ob sich die avisierte Profitabilitätsrückkehr bereits in den Geschäftszahlen niederschlägt.

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