UBS Aktie: Rückkauf von neun Credit-Suisse-Anleihen gestartet
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 20:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
UBS greift tief in die Bilanz der übernommenen Credit Suisse ein. Der Konzern hat heute Rückkaufangebote für neun Anleihen gestartet, die ursprünglich von der 2023 übernommenen Credit Suisse begeben wurden. Das maximale Volumen liegt bei rund 6 Milliarden US-Dollar, verteilt auf Papiere in Dollar, Euro und britischem Pfund.
Neun Tranchen, ein Ziel
Die betroffenen Anleihen laufen zwischen 2028 und 2033 und tragen Kupons zwischen 0,50 und 4,375 Prozent. Kumuliert stehen 1,2 Milliarden Pfund, 9,54 Milliarden Dollar und 2,05 Milliarden Euro zur Disposition, das Angebot ist in "Any and All"- sowie "Maximum Purchase"-Tranchen gestaffelt. Die Frist läuft bis zum 10. September, die Abwicklung ist für den 14. September vorgesehen.
UBS ordnet den Schritt als aktives Management der Funding- und TLAC-Struktur ein – es geht darum, die Kapitalstruktur zu straffen und Zinsaufwendungen zu senken. Parallel hat die Bank am Markt neue Senior-Holdco-Anleihen in Pfund und Euro platziert, ein Zeichen dafür, dass sie alte, teurere Credit-Suisse-Schulden durch frisches Funding zu eigenen Konditionen ersetzt.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der UBS ohnehin unter verschärfter Beobachtung steht. Der Konzern bezifferte den möglichen Zusatzaufwand aus dem sogenannten WAK-S-Antrag auf 13 Milliarden Dollar an zusätzlichem AT1-Kapital, dazu kämen 2 Milliarden Dollar an CET1 durch Verordnungsänderungen.
Seit der Credit-Suisse-Übernahme hat UBS laut eigenen Angaben bereits 15 Milliarden Dollar an zusätzlichem CET1-Kapital aufgebaut – macht in Summe rund 30 Milliarden Dollar an zusätzlichem Tier-1-Kapital, das perspektivisch im Raum steht. Konzernchef Sergio Ermotti prüft nach eigenen Worten Alternativen zu den Vorschlägen des Bundesrats.
Kapitalstreit als Hintergrundrauschen
Der Anleihenrückkauf lässt sich nicht losgelöst vom politischen Ringen um die künftigen Kapitalanforderungen lesen. Eine Ständeratskommission verlangt nach jüngstem Stand keine zusätzlichen CET1-Mittel, sondern lediglich 16 Milliarden Dollar an AT1-Kapital – deutlich weniger, als die Regierung ursprünglich forderte.
Die Finanzministerin kritisiert diesen Parlamentsvorschlag zur Lockerung der Kapitalanforderungen, da die Regierung auf einer vollen CET1-Finanzierung für Auslandstöchter besteht, während das Parlament AT1-Kapital für die Hälfte davon zulassen will. Der Streit betrifft ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar und dürfte die Bewertung der Aktie in den kommenden Wochen prägen.
Auffällig ist zudem, dass UBS-Führungskräfte in den vergangenen Monaten in größerem Stil eigene Aktien verkauft haben – im August für 7,7 Millionen Franken, seit Jahresbeginn summieren sich die Verkäufe auf 28 Millionen Franken. Diese Verkäufe fielen zeitlich mit den günstigeren Signalen aus der Ständeratskommission zusammen.
Kursreaktion bleibt verhalten
Am deutschen Handelsplatz notiert die UBS-Aktie bei 47,46 Euro und legt damit um 1,4 Prozent zu, nachdem sie am Vortag bei 46,79 Euro geschlossen hatte. Damit liegt das Papier nur noch 1,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro und rund 20 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Der Anleihenrückkauf selbst hatte an der Schweizer Heimatbörse zunächst kaum sichtbare Kursreaktionen ausgelöst, die Aktie bewegte sich dort im Bereich um 44 Franken kaum vom Fleck.
Für Anleger bleibt der Rückkauf ein technischer, aber strategisch bedeutsamer Baustein: UBS reduziert schrittweise das Erbe der Credit-Suisse-Übernahme und positioniert die eigene Finanzierungsstruktur neu – während im Hintergrund die politische Auseinandersetzung um die künftige Kapitaldecke des Konzerns weiterläuft.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 2. September liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
