UBS, Aktie

UBS Aktie: Portmann bringt 75-Prozent-Kompromiss ins Spiel

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die UBS fordert eine Kombination aus Kernkapital und AT1-Anleihen; Beschäftigte warnen vor möglichen zusätzlichen Stellenstreichungen.
UBS, Aktie, Portmann, Spiel, Kombination, Kernkapital, AT1-Anleihen;, Beschäftigte, Stellenstreichungen Illustration mit AI erstellt.

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti hat heute vor der Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) zur sogenannten Lex UBS Stellung bezogen. In der rund zweieinhalbstündigen Anhörung ging es um die künftigen Eigenkapitalanforderungen für das Institut.

Neben Ermotti nahmen unter anderem Finanzministerin Karin Keller-Sutter, SNB-Präsident Martin Schlegel und Finma-Präsidentin Marlene Amstad an der Sitzung teil. An der Börse notiert die UBS-Aktie heute bei 41,64 Euro, was einem leichten Zuwachs von 0,4 Prozent entspricht.

Politisches Ringen um Kapitalvorgaben

Hintergrund der Befragung ist die geplante Verschärfung des Bankengesetzes. Bundesrätin Keller-Sutter schlägt zusammen mit der Schweizerischen Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht vor, ausländische Tochtergesellschaften zu 100 Prozent mit hartem Eigenkapital zu unterlegen.

Nachdem der Ständerat für eine Quote von 90 Prozent gestimmt hatte, plädiert die UBS für ein Modell aus 50 Prozent hartem Kernkapital kombiniert mit 50 Prozent AT1-Anleihen.

In den parlamentarischen Beratungen zeichnen sich nun Zwischenlösungen ab. FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann brachte eine Variante mit 75 Prozent ins Gespräch. Die Kommission plant, Anträge an den Nationalrat voraussichtlich im November zu beschließen.

Quartalszahlen und operative Entwicklung

Die politische Debatte fällt in eine betrieblich dichte Phase. Am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, legt der Schweizer Bankkonzern seinen Geschäftsbericht für das dritte Quartal 2026 vor.

Von der Bank selbst zusammengestellte Konsensschätzungen stellen für das Quartal einen Vorsteuergewinn von 3,52 Milliarden US-Dollar in Aussicht, was einem Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Der Nettogewinn wird bei 2,71 Milliarden US-Dollar erwartet, die Einnahmen sollen auf 12,93 Milliarden US-Dollar steigen.

Analysten von RBC merkten im Vorfeld an, dass sich die Abgänge von Beratern im US-Vermögensverwaltungsgeschäft zwar stabilisiert hätten, per Saldo jedoch noch keine Neuzugänge zu verzeichnen seien. Im asiatischen Raum wirken sich zudem steuerliche Vorhaben in China auf das Geschäft aus, während im Investmentbanking Zuwächse im Aktienhandel eine schwächere Entwicklung bei Anleihen ausgleichen.

Personalverband mahnt zur Vorsicht

Unterstützung für eine maßvolle Regulierung kommt von den Beschäftigten. Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) forderte in einem Schreiben an die Wirtschaftskommission einen tragfähigen Kompromiss.

Der Verband warnt, dass über den laufenden Abbau von rund 3.000 Arbeitsplätzen im Zuge der Übernahme hinaus weitere Stellenverluste drohen könnten. SBPV-Präsident Michael von Felten verwies darauf, dass die Auswirkungen der Gesetzespläne auf die Beschäftigung bislang nicht ausreichend untersucht worden seien.

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