UBS, Aktie

UBS Aktie: Kommission schlägt Kapital-Kompromiss vor

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jefferies sieht für UBS 60 Franken, RBC 44 Franken. Der Regulierungsvorschlag wird positiv bewertet, doch die Entscheidung bleibt offen.

UBS: Analysten bewerten Regulierungsvorschlag unterschiedlich
Abstrakte Darstellung einer modernen Finanzumgebung mit Fokus auf Stabilität und regulatorische Ausgewogenheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jefferies bestätigt für UBS die Einstufung "Buy" und ein Kursziel von 60 Franken. Analyst Joseph Dickerson begründet dies mit dem moderateren Regulierungsansatz, den die Ständeratskommission gestern vorgeschlagen hat. Aus seiner Sicht verschiebt sich der Fokus der Anleger nun von der Unsicherheit über künftige Kapitalanforderungen hin zur Frage der Kapitalrendite.

Auch RBC bleibt bei UBS auf "Outperform", allerdings mit einem deutlich zurückhaltenderen Kursziel von 44 Franken. Analystin Anke Reingen bewertet den Kommissionsvorschlag grundsätzlich positiv für die Eigenkapitalausstattung der Bank, warnt aber, dass die Auswirkungen der vorgesehenen AT1-Anleihen diesen Vorteil teilweise wieder aufheben könnten. Die Spanne zwischen den beiden Kurszielen zeigt, wie unterschiedlich die Wall Street die Details der geplanten Regulierung gewichtet.

Kritik von juristischer Seite

Nicht alle Beobachter feiern den Kompromiss als Erleichterung. Der Berner Rechtsprofessor Peter V. Kunz kommentierte den Vorschlag mit sichtlicher Ironie und sprach von einer "Gratulation an die Lobby-Abteilung der UBS". Er verweist darauf, dass die aktuell geltende Anforderung bei 45 Prozent hartem Kernkapital plus 15 Prozent AT1-Anleihen liegt – der Kommissionsvorschlag mit 50 zu 50 Prozent bedeute gegenüber der ursprünglichen Bundesratsvorlage eine spürbare Abschwächung. AT1-Kapital sei strukturell schwächer als hartes Kernkapital, so Kunz, und die Bank bleibe aus seiner Sicht "too big to be rescued".

Kommissionspräsident Ettlin weist derartige Kritik zurück und betont, der Vorschlag sei "kein Geschenk an die UBS". AT1-Anleihen kosteten die Bank schließlich Geld, und im Vergleich zum bisherigen System von rund 60 Prozent Kernkapitalunterlegung verschärfe die Kommission die Anforderungen an die Auslandstöchter durchaus.

Die vorgesehenen AT1-Instrumente sollen zudem früher greifen als jene, die beim Zusammenbruch der Credit Suisse im März 2023 ausgefallen waren – der Auslösepunkt läge bei rund 11 Prozent hartem Kernkapital statt der bisher üblichen 7 Prozent.

Markt reagiert verhalten optimistisch

Die Kursreaktion fällt bislang moderat aus. Am gestrigen Montag schloss die Aktie bei 48,02 Euro, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit liegt das Papier nur noch 0,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Der RSI von knapp 67 signalisiert eine bereits recht ambitionierte Marktstimmung, ohne aber im klassisch überkauften Bereich zu liegen.

Für Anleger bleibt die eigentliche Entscheidung noch offen: Der Ständerat debattiert den Vorschlag erst zwischen dem 14. September und dem 2. Oktober, ein endgültiger Entscheid wird frühestens Ende 2026, wahrscheinlicher erst 2027 erwartet.

Bis dahin dürfte die Diskrepanz zwischen den Analystenzielen – 60 Franken bei Jefferies gegenüber 44 Franken bei RBC – ein Gradmesser dafür bleiben, wie stark die Details der finalen Regulierung noch ins Gewicht fallen können. Die Schweizerische Bankiervereinigung selbst spricht trotz der Erleichterungen weiterhin von einem "Schweizer Sonderweg" gegenüber internationalen Standards.

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