UBS, Aktie

UBS Aktie: Ermotti und Keller-Sutter prallen aufeinander

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Streit über UBS-Kapitalvorgaben belastet die Aktie. Entscheidungen zum Regelwerk werden frühestens 2027 erwartet und könnten vors Volk kommen.

Moderner Bankschalter mit Glaspartitionen und Stahltresor im Hintergrund
UBS Group AG CH0244767585 zeigt einen modernen Bankschalterbereich mit eleganten Glaspartitionen und massiver Stahl-Tresortür Illustration mit AI erstellt.

Fronten zwischen Bankführung und Politik verhärtet

Der Richtungsstreit über die künftigen Kapitalanforderungen für die UBS hat sich zu einer Grundsatzdebatte über die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes ausgeweitet. Auf dem Finance Forum in Zürich prallten gestern die gegensätzlichen Positionen von UBS-Konzernchef Sergio Ermotti und Finanzministerin Karin Keller-Sutter aufeinander.

Keller-Sutter stellte dabei unmissverständlich die Frage der Risikoverteilung in den Raum: Es müsse geklärt werden, ob im Ernstfall die Aktionäre haften oder erneut die Allgemeinheit für Verluste geradestehen müsse. Alle systemrelevanten Institute verfügten faktisch über eine implizite Staatsgarantie, weshalb eine Schieflage gravierende Folgen für die gesamte Volkswirtschaft hätte.

Ermotti wies die Haltung der Regierung entschieden zurück und warnte vor Nachteilen im globalen Wettbewerb. Das Management trage Verantwortung für Kunden, Aktionäre und die Familien der rund 30.000 in der Schweiz beschäftigten Mitarbeiter.

Streit um Unterlegung der Auslandstöchter

Auslöser der Kontroverse sind die Lehren aus dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023. Der Bundesrat fordert mit Unterstützung der Schweizerischen Nationalbank, dass Auslandseinheiten der Großbank vollständig mit 100 Prozent hartem Kernkapital abgesichert werden.

Zwar kam die Regierung der Bank bei der Behandlung von Software und latenten Steuerguthaben entgegen, diese Zugeständnisse könnten nach Angaben des Finanzministeriums jedoch wieder gestrichen werden, falls die Vorgaben im Gesetzgebungsprozess zu stark verwässert werden.

Ermotti bezeichnete diese Pläne als unverhältnismäßig und verwies auf die hohen Kosten einer reinen Kernkapitalunterlegung. In einem Medieninterview hatte der Bankchef zuvor einen Kompromissvorschlag als verkraftbar eingestuft, der eine Deckung der Reserven zu gleichen Teilen aus hartem Kernkapital und bedingt wandelbaren AT1-Anleihen vorsieht. Eine reine Unterlegung mit hartem Eigenkapital stelle hingegen die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells infrage.

Gesetzgebungsprozess bis 2027 erwartet

Die regulatorische Unsicherheit spiegelte sich gestern auch am Aktienmarkt wider. Das Papier der UBS verbilligte sich im Tagesverlauf um 3,5 Prozent und schloss bei 42,97 Euro.

Für Anleger zeichnet sich eine langwierige Klärung ab. Die weichenstellenden Entscheidungen über das Regelwerk dürften sich über das laufende Jahr hinausziehen. Der Nationalrat wird sich frühestens im Dezember mit den Entwürfen befassen. Eine endgültige Verabschiedung der Neuregelungen gilt erst für das Jahr 2027 als wahrscheinlich, zumal das Verfahren auch in einem Referendum und einer anschließenden Volksabstimmung münden könnte.

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