Trump Media Aktie: Erste Bilanz enttäuscht
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 02:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die erste Quartalsbilanz als Blaupause für die Zukunft: Trump Media & Technology Group hat am Montag ihre Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt — und die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus. Die Aktie brach um über acht Prozent auf 9,36 Dollar ein und gab im nachbörslichen Handel weiter nach.
Der Nettoverlust summierte sich auf 238,1 Millionen Dollar, verglichen mit knapp 20 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Den Großteil davon machen nicht zahlungswirksame Verluste aus: Allein 190,4 Millionen Dollar entfielen auf Wertminderungen bei Bitcoin- und Aktienbeständen. Dem gegenüber steht ein Umsatz von lediglich 1,7 Millionen Dollar — ein Plus von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber angesichts der Verlusthöhe kaum ein Trost.
Rückzug aus der Krypto-Strategie
Zusätzlich belastet wurde die Stimmung durch eine strategische Kehrtwende im Kryptogeschäft. Trump Media hat gemeinsam mit Crypto.com und Yorkville Acquisition Corp. Anfang August die Pläne für eine gemeinsame Digital-Asset-Treuhandgesellschaft rund um Cronos-Token beendet. Parallel zog das Unternehmen seine SEC-Anträge für einen Bitcoin-ETF sowie einen kombinierten Bitcoin-Ethereum-ETF zurück und verwies auf eine andere regulatorische Ausrichtung sowie den intensiven Wettbewerb im Krypto-ETF-Markt.
Etwas Substanz liefert das neue Datengeschäft: Die "Truth API", ein Anfang August gestarteter Dienst mit schnellem Zugriff auf Beiträge führender Truth-Social-Accounts, hat nach Unternehmensangaben mehr als zehn Kundenverträge unterzeichnet. Interim-Chef Kevin McGurn zufolge zahlen die Abnehmer — vorwiegend Hochfrequenzhandel-Firmen — zwischen 60.000 und 100.000 Dollar monatlich. Man stehe zudem in Gesprächen mit Hyperscalern, großen Nachrichtenorganisationen und Entwicklern großer Sprachmodelle. Kritiker, darunter Kongressabgeordnete, sehen in dem Dienst allerdings ein Problem: Der Vorwurf lautet, der Präsident verkaufe Investoren privilegierten Zugang zu kursrelevanten Informationen.
Operativ bleibt der Ausblick von der geplanten Fusion mit TAE Technologies geprägt, die im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll. Das Unternehmen verwies zudem darauf, dass ein Großteil seiner juristischen Altlasten inzwischen beigelegt sei — die damit verbundenen Kosten von 25,6 Millionen Dollar im Berichtsquartal sollen künftig sinken.
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