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Take-Two: 213,20 Euro nach GTA-VI-Bestätigung

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 01:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Take-Two übertrifft Erwartungen im ersten Quartal, während GTA-VI-Vorbestellungen als beispiellos gelten. Jahresprognose bleibt trotz Verlusten bestehen.

Take-Two: GTA-VI-Vorbestellungen begeistern Anleger trotz Verlusten
Atmosphärische Aufnahme eines modernen Gaming-Arbeitsplatzes mit stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Take-Two Interactive hat am Freitag Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt, die auf den ersten Blick durchwachsen wirken – und der Markt hat trotzdem gefeiert. Der Grund liegt nicht in der Bilanz selbst, sondern in einem Satz von Konzernchef Strauss Zelnick: Die Vorbestellungen für Grand Theft Auto VI seien "beispiellos und erstaunlich". Genau diese Aussage zu einem Spiel, das erst am 19. November erscheint, hat die Anleger überzeugt.

Verlust wächst, Vorbestellungen sprengen den Rahmen

Im Berichtsquartal bis Ende Juni erzielte Take-Two einen Umsatz von 1,53 Milliarden Dollar, ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die für die Branche wichtigere Kennziffer Net Bookings fiel dagegen um drei Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar – lag damit aber über der eigenen Prognose von rund 1,37 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust weitete sich deutlich aus, von 11,9 Millionen auf 34,1 Millionen Dollar, der Verlust je Aktie nach GAAP betrug 0,18 Dollar. Analysten hatten mit minus 0,21 Dollar gerechnet, insofern fiel das Ergebnis besser aus als befürchtet. Ein Großteil der Ergebnisbelastung stammt aus einer Abschreibung von 43,4 Millionen Dollar für ein eingestelltes Spieleprojekt.

Operativ lief es in Teilen des Portfolios rund: NBA 2K26 verkaufte sich zwölf Millionen Mal, ein Zuwachs von neun Prozent, die wiederkehrenden Umsätze der Serie legten um sieben Prozent zu. Grand Theft Auto V knackte kumuliert die Marke von 230 Millionen verkauften Einheiten – mehr als ein Jahrzehnt nach Erscheinen. Take-Two hat aktuell 29 Titel in Entwicklung, ein Hinweis darauf, dass das Geschäft über den kommenden Blockbuster hinaus breit aufgestellt bleibt.

Prognose für das Gesamtjahr bleibt unangetastet

Trotz des schwächeren Auftaktquartals hält Take-Two an seiner Jahresprognose fest: Net Bookings von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar, ein GAAP-Umsatz zwischen 7,8 und 7,9 Milliarden Dollar sowie ein Gewinn je Aktie von 0,55 bis 0,75 Dollar. Zelnick bezeichnete das laufende Geschäftsjahr als "pivotal year" – ein entscheidendes Jahr, in dessen Zentrum der Launch von Grand Theft Auto VI am 19. November steht. Der Titel erscheint rein digital, ohne Disc-Version und zunächst ohne PC-Fassung. Über 90 Prozent des Take-Two-Geschäfts laufen inzwischen über digitalen Vertrieb, ein Trend, der die Marge langfristig stützen dürfte.

Preislich geht Take-Two neue Wege: Die Standardversion von GTA VI kostet 79,99 Dollar, die Ultimate Edition 99,99 Dollar – deutlich mehr als andere aktuelle Titel des Verlags wie Mafia: The Old Country, das für 50 Dollar verkauft wird. Zelnick verteidigte die Preisgestaltung öffentlich und argumentierte, das Spiel biete mehr Gegenwert als der Preis widerspiegele. Die Vorbestellungen, die seit dem 25. Juni laufen, sollen diese These bislang bestätigen. Am 27. August zeigt Netflix exklusiv einen erweiterten Blick auf das Spiel, ein weiterer Termin, der die Erwartungshaltung bis zum Launch hochhalten dürfte.

Nicht jeder Beobachter teilt die Euphorie ungebremst. Kommentatoren verweisen darauf, dass Hardware-Knappheit und hohe Konsolenpreise die tatsächlichen Verkaufszahlen nach dem Launch bremsen könnten – ein Risiko, das sich erst nach dem 19. November zeigen wird. Auch der Starttermin für den Online-Modus von GTA VI steht noch nicht fest, er könnte separat nachgezogen werden.

Kursreaktion: Erholung, aber Rekordhoch noch nicht erreicht

An der Frankfurter Börse sprang die Take-Two-Aktie am Freitag um 6,97 Prozent auf 213,20 Euro – die stärkste Tagesbewegung seit Wochen und eine direkte Reaktion auf die Kombination aus solidem Ergebnis, bestätigter Jahresprognose und den Aussagen zu den GTA-VI-Vorbestellungen. Damit notiert das Papier rund 3,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 206,12 Euro, hat sich also aus seiner kurzfristigen Seitwärtsbewegung gelöst. Zum 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli, fehlen dennoch knapp acht Prozent. An der Wall Street hatte die Aktie am selben Handelstag bereits deutlich zugelegt und bei 246,50 Dollar geschlossen.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage bis zum 19. November offen: Reicht der Vorbestellungs-Hype, um die ambitionierte Jahresprognose auch tatsächlich zu erfüllen, oder bremsen Hardware-Engpässe und der hohe Einstiegspreis den Schwung nach dem Launch? Die kommenden Wochen, insbesondere der erweiterte Netflix-Ausblick am 27. August, dürften weitere Hinweise liefern.

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