SDAX: Zwei Nachrichten, ein Index
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Unternehmen im SDAX sorgten am Montag für gegensätzliche Bewegungen — und zeigen, wie unterschiedlich Nachrichten im Kleinwerte-Index wirken können.
Bei Redcare Pharmacy lief es rund. Die Online-Apotheke hob ihre Umsatzprognose für 2026 an und schickte die Aktie damit zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben. Der Kurs kratzte an der 66,85-Euro-Marke vom September-Hoch, nur wenige Cent fehlten zum neuen Rekordstand.
E-Rezept treibt Wachstum
Der Auslöser: Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland läuft besser als gedacht. Redcare erwartet für das laufende Jahr nun Erlöse zwischen 730 und 760 Millionen Euro in diesem Segment — ein Plus von 45 bis 51 Prozent gegenüber zuvor angepeilten 35 bis 43 Prozent. Der Gesamtumsatz soll 2026 um 16 bis 18 Prozent zulegen, ein Prozentpunkt mehr als bisher in Aussicht gestellt.
Die Ergebnisprognose blieb unverändert, die bereinigte Ebitda-Marge soll weiterhin zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen. Auch das verschreibungsfreie Geschäft entwickelt sich nach einem schwächeren Juli im August und September wieder spürbar besser. Die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal will Redcare am 29. Oktober vorlegen.
Shelly: Übernahme nimmt Fahrt auf
Deutlich ruhiger, aber nicht weniger relevant, verlief der Handelstag bei Shelly. Der Smart-Home-Spezialist meldete, dass das Übernahmeangebot eines französischen Technologiekonzerns nun offiziell bei der bulgarischen Finanzaufsicht eingereicht wurde. Sobald die Behörde grünes Licht gibt, startet die Annahmefrist für die Aktionäre.
Der Käufer bietet 70,00 Euro je Aktie — an der Börse notierte das Papier zeitweise bei 66,70 Euro, ein Abschlag von rund 0,45 Prozent zum Vortag. Diese Lücke zum Angebotspreis spiegelt die Unsicherheit über den Ausgang wider: Die Übernahme kommt nur zustande, wenn mindestens 95 Prozent der Aktionäre zustimmen — eine hohe Hürde, die den Deal keineswegs zum Selbstläufer macht.
Für Shelly-Aktionäre bleibt der Fahrplan nun klar vorgezeichnet: Nach der Genehmigung durch die bulgarische Aufsicht folgt die Annahmefrist, in der sich zeigen wird, ob die geforderte Mehrheit erreicht wird.
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