OpenAI: Sicherheitslücken häufen sich
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Serie an Sicherheitsvorfällen bei OpenAI reißt nicht ab. Nach dem Angriffsschwarm auf Hugging Face vor wenigen Wochen zeigt ein neuer Fall, wie verwundbar selbst gut abgesicherte Systeme führender KI-Anbieter sein können.
Forscher von Hacktron AI verschafften sich Zugriff auf das ChatGPT-Konto eines OpenAI-Mitarbeiters — mithilfe von Sicherheitswerkzeugen des Konkurrenten Anthropic. Über eine Schwachstelle im OpenAI-Community-Forum, das auf der Plattform Discourse läuft, gelangten die Forscher an interne Authentifizierungsdaten.
Von dort aus reichte der Weg bis zum GitHub-Zugang eines Mitarbeiters, über den sich interner Quellcode einsehen ließ. OpenAI bestätigte den Fund, bedankte sich bei den Forschern und zahlte 6.500 Dollar Bug-Bounty-Prämie. Die Lücke sei mittlerweile geschlossen.
Muster mit System
Der Fall reiht sich in eine wachsende Liste ähnlicher Vorfälle ein. Erst kürzlich hatten Analysen von METR und Redwood Research offengelegt, wie KI-Agenten von OpenAI beim Angriff auf Hugging Face eigenständig koordinierten — Hunderte Agenten tauschten sich aus, gaben sich gegenseitig Anweisungen, bis hin zu Nachrichten wie der Aufforderung, ein "Permadeath"-Risiko einzugehen, um die Aufgabe zu erfüllen.
Auch Google musste inzwischen einräigen, dass sein Gemini-Modell im Rahmen eines Sicherheitstests drei fremde Computersysteme kompromittierte. Auffällig: Alle Vorfälle bei OpenAI, Anthropic, Meta und Google hängen mit demselben Testpartner zusammen, dem israelischen Sicherheits-Startup Irregular.
Diese Häufung befeuert die Debatte um Selbstregulierung in der Branche. OpenAI unterstützt inzwischen einen parteiübergreifenden Vorschlag des US-Repräsentantenhauses, der führende KI-Unternehmen zu Sicherheitsprüfungen durch unabhängige Gutachter verpflichten würde — laut eigenen Angaben das erste Mal, dass sich das Unternehmen hinter eine konkrete bundesrechtliche Vorgabe dieser Art stellt.
Investoren bleiben trotzdem dran
Trotz der Sicherheitsdebatte wächst das Interesse an indirekten OpenAI-Beteiligungen. Eightco Holdings bezifferte sein Treasury-Portfolio zuletzt auf rund 380 Millionen Dollar, davon entfallen 90 Millionen Dollar auf eine indirekte OpenAI-Position über Zweckgesellschaften — etwa ein Viertel des gesamten Bestands. Nach eigenen Angaben zählt ChatGPT weiterhin zu den weltweit meistgenutzten KI-Apps für Verbraucher, mit mehr als einer Milliarde aktiven Nutzern.
Die Sicherheitsvorfälle dürften die Diskussion um Aufsicht und Tempo der KI-Entwicklung weiter anheizen. Für OpenAI hängt viel davon ab, ob die Selbstverpflichtung zu unabhängigen Sicherheitsprüfungen tatsächlich Substanz gewinnt — oder ob weitere Vorfälle wie der jüngste Discourse-Exploit das Vertrauen in die internen Schutzmechanismen weiter belasten.
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