News Corp Aktie: Murdoch erwägt Fusion
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 21:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gerichtsdokumente aus einem Familienstreit bringen ein altes Thema zurück auf den Tisch: Rupert Murdoch denkt offenbar erneut über eine Zusammenlegung von Fox Corp und News Corp nach. Die Aktien beider Unternehmen reagierten am Donnerstag mit spürbaren Ausschlägen und erhöhtem Handelsvolumen auf die Berichte.
Grundlage sind entsiegelte Gerichtsunterlagen und Videoaussagen aus einem Nachfolgestreit der Murdoch-Familie, der 2023 begann. Die Dokumente zeigen, dass Rupert Murdoch bereits 2022 – als Chairman beider Unternehmen – Interesse an einer Rückführung der 2013 getrennten Konzerne zeigte. Er hatte die Häuser damals nach dem Abhörskandal seiner britischen Boulevardzeitungen aufgespalten, um das lukrativere Fernsehgeschäft vom schrumpfenden Zeitungsimperium zu trennen.
Familienzwist als Hintergrund
Die Unterlagen enthalten auch persönliche Details. Murdoch schrieb einen Brief an beide Vorstände, in dem er erklärte, der Familientrust werde keinem alternativen Verkauf oder einer Fusion zustimmen. Als eine Vertreterin seiner Tochter Elisabeth die Rückfusion infrage stellte, drohte er per SMS, die Sache notfalls "durchzudrücken".
Ein erster Fusionsversuch scheiterte bereits an Investorenwiderstand. Gerichtsprotokolle vom Juni legen jedoch nahe, dass ein neuer Anlauf möglich ist. Ein Anwalt von Lachlan Murdoch argumentierte in einer Anhörung, Gespräche über die Fusion sollten unter Verschluss bleiben, da dies "etwas ist, das in Zukunft noch passieren könnte". Fox Corp und News Corp äußerten sich auf Anfrage nicht dazu.
Der Familienstreit selbst endete vergangenes Jahr mit einem Vergleich: Lachlan Murdoch wurde als Erbe des Firmenimperiums bestätigt, während seine drei Geschwister Prudence MacLeod, Elisabeth und James jeweils 1,1 Milliarden Dollar erhielten und ihre Anteile am Familientrust aufgaben.
Solide Fundamentaldaten im Hintergrund
Unabhängig von der Fusionsspekulation zeigt sich News Corp operativ in guter Verfassung. Die Aktie markierte zuletzt ein Zwölfmonatshoch bei 31,64 Dollar, nach einem Plus von 28 Prozent in den vergangenen sechs Monaten.
S&P Global Ratings hob die Bonitätsnote kürzlich von "BBB-" auf "BBB" an und verwies auf niedrige Verschuldung und starke operative Dynamik. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel auf 35 Dollar und bestätigte die Einstufung "Overweight", nachdem die Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2026 die Erwartungen übertroffen hatten.
Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar für Class-A- und Class-B-Aktien, über das News Corp den australischen Börsenaufsehern täglich berichtet.
Ob es tatsächlich zu einer erneuten Fusion kommt, bleibt trotz der aufgetauchten Dokumente offen. Die Position der Familie Murdoch über den Trust dürfte dabei den Ausschlag geben – schließlich hatte Rupert Murdoch bereits einmal signalisiert, notfalls auch gegen Widerstände vorzugehen.
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