Meta Aktie: Amazon blockiert Muse
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Online-Händler Amazon stößt die neue Software des Facebook-Mutterkonzerns auf harten Widerstand. Seit Wochenbeginn blockiert der E-Commerce-Riese den Zugriff von Metas neuem KI-Assistenten Muse auf seiner Plattform. Amazon begründet den Schritt mit Verstößen gegen die eigenen Nutzungsbedingungen und verweist darauf, dass sich externe Agenten vorab identifizieren sowie eine explizite Zustimmung einholen müssten.
Der Konflikt entzündet sich an Sicherheits- und Datenschutzfragen. Amazon wirft dem System vor, Nutzerzugangsdaten zu erfassen und sich gegenüber den Servern nicht ordnungsgemäß als Bot auszuweisen.
Meta hält dagegen, dass sensible Anmelde- und Zahlungsinformationen in einem isolierten, geschützten Speicher abgelegt seien und die Anwendung keine Einsicht in vertrauliche Passwörter erhalte. Während Partner wie der Handelsdienstleister Shopify Transaktionen über Metas System ermöglichen, schottet Amazon seinen Marktplatz strikt ab.
Kurs bleibt nahe am Rekordniveau
An der Börse trübte der Gegenwind aus dem Online-Handel die Stimmung kaum. Die Meta-Aktie notiert heute bei 649,00 Euro und liegt damit nur 2,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Rückenwind gaben zuvor die hohen Download-Zahlen der App in den US-App-Stores, die das Programm binnen weniger Tage nach dem Start an die Spitze der Download-Charts katapultierten.
Auf Analystenseite sorgte das für spürbaren Optimismus. Ken Gawrelski vom Bankhaus Wells Fargo hob sein Kursziel für das Papier von 640 auf 796 US-Dollar an und bekräftigte seine Übergewichten-Einstufung. Die Experten von Evercore ISI merkten mit Blick auf die hohe Resonanz an, dass die enormen KI-Investitionen des Konzerns im Umfang von rund 200 Milliarden US-Dollar nun messbare operative Konturen zeigen.
Große Bühne für Mark Zuckerberg
Für Meta kommt der Schlagabtausch mit Amazon zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Am morgigen Mittwoch beginnt die zweitägige Hauskonferenz Meta Connect, auf der Vorstandschef Mark Zuckerberg die Keynote hält. Marktbeobachter erwarten neue Details zur Einbindung von Software-Agenten in das eigene Ökosystem sowie die Präsentation nächster Hardware-Generationen, darunter weiterentwickelte computergestützte Brillen und ein leichteres Headset.
Gleichzeitig forciert der Konzern den massiven Ausbau seiner Dateninfrastruktur. Zusammen mit NEC und Sumitomo Electric stellte Meta das Projekt „Petal“ vor, ein rund 7.000 Kilometer langes petabit-fähiges Seekabel zwischen den USA und Frankreich, das bis 2029 den enorm wachsenden Bandbreitenbedarf transatlantischer Datenströme abdecken soll.
Auf der Konferenz ab Mittwoch muss Zuckerberg jedoch vor allem belegen, wie die neuen KI-Werkzeuge trotz des Widerstands dominanter Plattformbetreiber reibungslos im Alltag der Nutzer ankommen sollen.
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