Gold: Zinserwartung drückt Kurs unter 4.450 Dollar
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Goldpreis kommt nicht von der Stelle – und das aus gutem Grund. Nach der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole ist die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung in den USA zum bestimmenden Thema am Edelmetallmarkt geworden. Für ein zinsloses Anlagegut wie Gold ist das Gift.
Am Montagnachmittag kostete die Feinunze rund 4.419 Dollar – etwa 36 Dollar weniger als am Freitag. Damit notiert Gold nahe seinem niedrigsten Stand seit dem 19. August. Der 200-Tage-Durchschnitt gilt als wichtige Marke: Erst eine Rückeroberung dieses Niveaus könnte den derzeitigen Abwärtsdruck lindern.
Warsh bereitet Markt auf Zinsschritt vor
Ausgelöst wurde die Bewegung durch die Rede des Fed-Vorsitzenden am vergangenen Freitag. Warsh beschrieb die US-Konjunktur als robust und verwies auf die anhaltend hartnäckige Inflation.
Zwar legte er sich bei der Zinspolitik nicht konkret fest, doch Marktbeobachter werten die Aussagen als Vorbereitung auf eine Zinserhöhung. Das trieb den Dollar nach oben und setzte Gold zusätzlich unter Druck – ein stärkerer Greenback macht das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer.
Die Reaktion fiel deutlich aus: Nach einem Anstieg von rund zehn Prozent im August, der Gold zeitweise über 4.700 Dollar je Feinunze trieb, kam die Rally binnen wenigen Handelstagen ins Stocken. Der stärkste Monatsgewinn seit Januar wurde damit zumindest vorübergehend wieder aufgezehrt.
Optionsmarkt zeigt vorsichtigen Optimismus
Trotz des Rückschlags bleibt die grundsätzliche Stimmung am Markt nicht pessimistisch. Professionelle Anleger setzen weiterhin auf steigende Preise, wollen dafür aber weniger zahlen und das Risiko begrenzen.
Beliebt sind dafür sogenannte Call-Spreads, bei denen ein Call mit niedrigerem Basispreis gekauft und gleichzeitig ein Call mit höherem Basispreis verkauft wird – die Prämie aus dem Verkauf senkt die Kosten der Position, begrenzt aber auch den maximalen Gewinn.
Am Markt wird derzeit eher mit einem moderaten Anstieg als mit einem ungebremsten Höhenflug gerechnet. Als nächste Zielzone gilt eine Spanne zwischen 4.900 und 5.300 Dollar – vorausgesetzt, die Zinserwartungen drehen sich nicht weiter zu Lasten des Edelmetalls.
Am Dienstag steht mit der Inflationsrate für den gesamten Euroraum ein weiterer Termin an, der die Zinserwartungen und damit auch den Goldpreis beeinflussen dürfte. Bleibt die Teuerung hartnäckig hoch, dürfte der Druck auf Gold zunächst anhalten.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 31. August liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
