Gold: Zinsangst trifft auf Käufer
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 06:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deGold hat sich nach einem scharfen Ausverkauf wieder berappelt. Auslöser des Einbruchs waren überraschend hohe US-Inflationsdaten, die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der Fed anheizten. Am Donnerstagmorgen legte das Edelmetall rund ein Prozent auf etwa 4.146 Dollar je Unze zu.
Heiße Inflation, nervöse Märkte
Der US-Verbraucherpreisindex stieg im September um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, der stärkste Anstieg seit April. Höhere Energiekosten trieben die Teuerung. Die Gesamtinflation beschleunigte sich auf 3,7 Prozent, die Kerninflation erreichte 2,6 Prozent.
Gold rutschte am Mittwoch zeitweise um fast zwei Prozent ab und stand kurz vor einem Rückfall unter die Marke von 4.000 Dollar. Silber verlor binnen eines Tages rund sechs Prozent. Seit Beginn der Energieengpässe im Zuge des US-Iran-Kriegs hat Gold mehr als 20 Prozent eingebüßt.
Die Märkte preisen nun eine höhere Chance auf eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober ein. Je nach Rechnung liegt sie bei etwa 30 bis 42 Prozent. Höhere Zinsen belasten das zinslose Gold, weil Alternativen attraktiver werden. Fed-Vertreter Austan Goolsbee nannte die Zahlen entmutigend und verwies auf Überhitzungsrisiken durch KI-Investitionen.
UBS sieht Kaufzone bei 4.000 Dollar
Die UBS hält kurzfristig einen erneuten Test der 4.000-Dollar-Marke für möglich. Hohe Realzinsen und ein starker Dollar sprächen dafür. Ihr Stratege Giovanni Staunovo sieht dort jedoch Käufer und rät, Schwächephasen zum Aufstocken zu nutzen.
Auffällig ist, wer verkauft. Spekulative Marktteilnehmer haben ihre Netto-Long-Positionen an den Terminmärkten reduziert. Die ETF-Bestände blieben dagegen stabil: Im September flossen 67 Tonnen zu, der Bestand stieg auf ein Rekordniveau von 4.256 Tonnen.
Zudem stützen die Zentralbanken. China kaufte im September 23 Tonnen, Usbekistan 7 Tonnen. Für das Gesamtjahr erwartet die UBS Käufe von 750 bis 1.000 Tonnen.
Preispfad und nächste Termine
Die Bank erwartet für Dezember 2026 einen Goldpreis von 4.600 Dollar und bis September 2027 einen Anstieg auf 5.400 Dollar. Voraussetzung sind sinkende Realzinsen, sobald der Markt den Spielraum der Fed neu bewertet. Morgan Stanley rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit Preisen über 5.000 Dollar.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf Fed-Chef Kevin Warsh. Er spricht am Donnerstagabend New Yorker Zeit bei den IWF-Treffen in Bangkok, bevor die Notenbank am Samstag in ihre Kommunikationspause vor der Oktober-Sitzung geht. Hält die Marke von 4.000 Dollar, bleibt der Aufwärtspfad intakt. Bricht sie, rückt ein tieferer Rücksetzer in den Blick.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 15. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
