Gold, US-Jobbericht

Gold: US-Jobbericht rückt in den Fokus

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 05:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geopolitische Absicherung und Zentralbanknachfrage tragen den Goldpreis, während Analysten unterschiedliche Risiken für das Schlussquartal sehen.

Goldpreis bleibt über 4.000 US-Dollar: Zentralbankkäufe stützen
Ein einzelner Goldbarren auf einer dunklen Schieferoberfläche bei sanfter, professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Strukturelle Absicherungskäufe und die anhaltende Nachfrage von Zentralbanken verleihen dem Goldpreis ein stabiles Fundament. Das Edelmetall behauptet sich trotz eines von hohen Anleiherenditen geprägten Marktumfelds spürbar über der Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Am Donnerstag schloss der Spotpreis bei 4.178,15 US-Dollar, womit die Notierung 3,6 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 4.335,70 US-Dollar liegt.

Hinter der relativen Widerstandskraft steht eine deutlich gestiegene geopolitische Risikoabsicherung. Laut Reuters beziffert der Edelmetalldienstleister MKS PAMP die strukturelle Prämie, die durch geopolitische Risiken und Reserve-Diversifizierungen im Markt verankert ist, auf gegenwärtig rund 840 US-Dollar je Feinunze.

Vor dem Jahr 2022 lag dieser Aufschlag noch bei lediglich etwa 120 US-Dollar, während er sich seitdem im Mittel bei mehr als 1.000 US-Dollar bewegt. Bestätigt wird dieser Trend durch massive physische Käufe: Allein China importierte von Januar bis August 2026 insgesamt 1.077 Tonnen Gold. Zudem plant die Bank of Korea, ab Dezember wieder Gold bei heimischen Produzenten zu erwerben.

Gespaltene Analystenstimmen für das Schlussquartal

Auf der institutionellen Seite gehen die Einschätzungen für den weiteren Verlauf des Jahres dennoch spürbar auseinander. Die Analysten verweisen dabei auf den anhaltenden Rückenwind durch Währungshüter.

Vorsichtigere Töne schlägt dagegen die Bank of America an. Das Institut hält vorübergehende Rücksetzer bis auf 3.750 US-Dollar für möglich. Sollte ein deutlicher Ölpreisanstieg die Inflation neu anfachen und die Zinsen länger auf hohem Niveau halten, drohe die Nachfrage von Finanzinvestoren zunächst begrenzt zu bleiben.

Arbeitsmarktdaten rücken in den Fokus

Am heutigen Freitag richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für September. Ökonomen erwarten im Schnitt einen Zuwachs von rund 84.000 bis 90.000 neuen Stellen, nachdem im August noch 162.000 Stellen geschaffen worden waren. Die Arbeitslosenquote dürfte den Prognosen zufolge stabil bei 4,1 Prozent verharren.

Für den Edelmetallmarkt birgt die Veröffentlichung unmittelbare Relevanz: Ein unerwartet robuster Beschäftigungsaufbau könnte die Erwartung längerfristig hoher Zinsen untermauern. Vor gut einer Woche hatten falkenhafte Fed-Signale den Goldpreis bereits belastet.

Zeigt der US-Stellenmarkt dagegen deutliche Abkühlungstendenzen, dürfte dies den Zinsdruck mindern und dem Edelmetall weiteren Spielraum verschaffen, um den Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar wieder zu verringern.

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