Gold, Rekordbestände

Gold: Rekordbestände in Fonds, aber Preisziele sinken

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 21:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldfonds verzeichneten hohe Zuflüsse, während Jefferies die Prognose für 2026 reduzierte und den Ausblick für 2027 beibehielt.
Nahaufnahme von polierten Goldbarren auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Rekordbestände bei Goldfonds stehen vorsichtigeren Preiserwartungen gegenüber. Der World Gold Council hatte am Montag starke Zuflüsse gemeldet. Die Einordnung für Anleger: Die Nachfrage nach physisch besicherten Fonds bleibt eine Stütze. Sie beseitigt aber nicht die Unsicherheit über den weiteren Zinskurs der US-Notenbank.

Jefferies trennt kurzfristige Risiken vom langfristigen Ausblick

Die Korrektur zeigt eine vorsichtigere Einschätzung für den näheren Zeitraum. Einen grundsätzlichen Abschied von höheren Goldpreisen bedeutet sie allerdings nicht.

Das wird an den längerfristigen Erwartungen deutlich. Hier fällt die Anpassung weniger umfassend aus als beim kurzfristigen Preisziel.

Für den Jahresdurchschnitt 2026 senkte Jefferies die Prognose von 4.595 auf 4.511 US-Dollar. Die Erwartung für 2027 ließ die Bank dagegen bei 5.000 US-Dollar je Unze.

Damit unterscheidet das Haus zwischen kurzfristigem Gegenwind und längerfristigem Potenzial. Für Anleger ist diese Trennung entscheidend: Eine niedrigere Prognose für den näheren Zeitraum ist nicht gleichbedeutend mit einer durchgehend pessimistischen Einschätzung.

Goldfonds melden starke Nachfrage

Der World Gold Council bezifferte am Montag die weltweiten Septemberzuflüsse physisch besicherter Goldfonds auf 67,3 Tonnen. Ihr Wert lag bei knapp 10 Milliarden US-Dollar. Die globalen Bestände erreichten mit 4.256 Tonnen einen Rekord.

Diese Nachfrage bildet ein Gegengewicht zur vorsichtigeren Analysteneinschätzung. Fondsbestände und Preisprognosen beschreiben allerdings unterschiedliche Dinge: Die Zuflüsse dokumentieren Käufe, während die Prognosen Erwartungen an die künftige Preisentwicklung ausdrücken. Aus dem Bestandsrekord allein folgt deshalb keine gesicherte Fortsetzung steigender Preise.

Das Spannungsfeld bleibt damit bestehen. Anleger haben über Fonds zusätzliches Gold gekauft, während Jefferies seine kurzfristigen Erwartungen zurückgenommen hat. Beide Entwicklungen lassen sich nebeneinander beobachten, ohne dass eine die andere aufhebt.

Die Zinsentscheidung bleibt der nächste Prüfstein

Heute berichtete Reuters über eine Erholung des Goldpreises im Handelsverlauf. Fed-Chef Kevin Warsh gab bei einem Auftritt in Bangkok keine Hinweise auf eine Zinserhöhung. Er wollte die Zinsentscheidung zugleich nicht vorwegnehmen. Ein schwächerer US-Dollar und sinkende US-Renditen unterstützten Gold zusätzlich.

Eine verbindliche Festlegung der Notenbank ergibt sich daraus nicht. Die nächste Fed-Sitzung ist für den 27.–28. Oktober angesetzt; die Zinsentscheidung folgt am 28. Oktober.

Bis dahin stehen sich zwei Signale gegenüber: starke Nachfrage über Goldfonds und zurückgenommene kurzfristige Preisziele. Der unveränderte längerfristige Ausblick von Jefferies ergänzt dieses Bild, ersetzt aber keine Klarheit über die nächste Zinsentscheidung.

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