Gold: Fed-Sitzung bestimmt nächsten Impuls
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:17 Uhr | Redaktion boerse-global.deGolds kurzfristige Richtung hängt derzeit stärker an den Zinserwartungen als an der physischen Nachfrage. Reuters zufolge haben höhere Ölpreise heute die Sorge vor anhaltender Inflation und einer strafferen US-Geldpolitik verstärkt. Gleichzeitig liefern Zentralbankkäufe und Zuflüsse in Goldfonds ein Gegengewicht. Entscheidend werden damit die nächsten Signale der US-Notenbank.
Geldpolitik überlagert die Nachfrage
Nach vier Handelstagen mit Verlusten stabilisierte sich Gold heute zwischenzeitlich wieder. Der Spotpreis liegt zum Tagesschluss bei 4.135,51 USD je Feinunze. Das Tagesplus von 0,3% bedeutet zunächst eine Unterbrechung des jüngsten Rückgangs, noch keinen belastbaren Richtungswechsel.
Hinter dem Verkaufsdruck steht laut Reuters vor allem der Ölpreisanstieg angesichts eskalierender Spannungen im Nahen Osten und möglicher Lieferausfälle. Teurere Energie schürt Inflationssorgen und verstärkt die Erwartungen weiterer Fed-Zinserhöhungen. Damit belastet die geopolitische Unsicherheit Gold derzeit über den geldpolitischen Kanal.
Schon am Montag hatten nach Reuters-Angaben ein festerer US-Dollar und gestiegene US-Staatsanleiherenditen auf Gold gedrückt. Die Belastung beschränkt sich somit nicht auf einen einzelnen Handelstag. Für eine nachhaltigere Stabilisierung müsste vor allem der Druck aus den Zinserwartungen nachlassen.
Käufe aus Asien bilden ein Gegengewicht
Auf der Nachfrageseite ergibt sich ein anderes Bild. Der World Gold Council meldete am 16. Oktober für September chinesische Zentralbankkäufe von 23 Tonnen. Im dritten Quartal summierten sie sich auf 63 Tonnen. Der September brachte den größten monatlichen Zuwachs seit Oktober 2023.
Auch aus Indien kommen unterstützende Signale. Nach Angaben des World Gold Council von gestern zog der saisonale Schmuck- und Anlagebedarf im Oktober an. Die Fest- und Hochzeitssaison sowie positive Zuflüsse in Goldfonds stützten die Nachfrage. Zugleich waren die Goldimporte im September stark zurückgegangen: Die Nachfrageindikatoren zeigen also kein einheitliches Bild.
Global verzeichneten Goldfonds im September Nettozuflüsse von 10 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal meldete der World Gold Council einen Rekordwert von 31 Milliarden US-Dollar.
Diese Käufe stehen dem jüngsten Preisdruck gegenüber. Sie belegen Nachfrage nach Gold, haben den kurzfristigen Einfluss von Inflation und Geldpolitik bislang aber nicht verdrängt.
Zwei Termine bestimmen den nächsten Impuls
Im Mittelpunkt steht die Fed-Sitzung am 27.–28. Oktober. Reuters nennt außerdem den anstehenden US-PCE-Bericht als nächsten wichtigen Hinweis auf den Zinspfad.
Für Anleger liegt darin der entscheidende Unterschied: Die Nachfrage aus Zentralbanken und Fonds stützt das längerfristige Bild. Ob daraus kurzfristig wieder steigende Preise entstehen, hängt jedoch wesentlich davon ab, ob die kommenden Inflations- und Notenbanksignale die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen abschwächen oder bestätigen.
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