Gold, Europas

Gold: Europas ETF-Anleger kaufen, Nordamerika verkauft

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 21:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman Sachs rechnet mit niedrigeren Preisen, während Gold-ETFs im Oktober weltweit 2,7 Milliarden US-Dollar anzogen.
Ein Stapel physischer Goldbarren auf einem dunklen Schreibtisch in einem professionellen Büro. Illustration mit AI erstellt.

Die Nachfrage nach Goldfonds hält an, während sich der geldpolitische Ausblick für Gold verschlechtert. Dem stehen die gestern veröffentlichten Zuflüsse in physisch gedeckte Gold-ETFs gegenüber. Für Anleger ergibt sich ein Spannungsfeld: Die Fondsnachfrage stützt Gold, während die Aussicht auf länger hohe Zinsen die Preiserwartungen belastet.

Goldman Sachs setzt niedrigere Zielmarken

Laut Reuters reduzierte Goldman Sachs die Goldpreisprognose für Ende 2026 von 4.650 auf 4.150 US-Dollar je Feinunze. Die Bank begründete den Schritt mit dem restriktiveren Kurs der US-Notenbank.

Damit rückt die Geldpolitik als Belastungsfaktor in den Mittelpunkt. Zusätzlichen Druck erzeugte der Wiederanstieg der Ölpreise. Reuters zufolge verstärkte er die Inflationssorgen und die Erwartung länger hoher Zinsen. Gold gab heute nach.

Auch den längerfristigen Ausblick korrigierte Goldman Sachs: Für Ende 2027 erwartet die Bank 4.800 statt zuvor 5.400 US-Dollar je Feinunze.

Die beiden Prognosesenkungen reichen damit über den unmittelbaren Handelstag hinaus. Goldman Sachs setzt weiterhin auf einen höheren Goldpreis zum späteren Prognosehorizont, veranschlagt dafür aber ein niedrigeres Niveau als zuvor. Für Anleger enthält die Einschätzung somit beides: eine Aufwärtsperspektive und einen stärkeren geldpolitischen Gegenwind.

Fonds kaufen, regionale Unterschiede bleiben

Auf der Nachfrageseite meldete der World Gold Council gestern für Oktober weltweite Zuflüsse von 2,7 Mrd. US-Dollar in physisch gedeckte Gold-ETFs. Europäische Fonds führten mit 1,8 Mrd. US-Dollar. Nordamerikanische Fonds verzeichneten dagegen Abflüsse von 512 Mio. US-Dollar.

Der positive weltweite Saldo verdeckt somit eine unterschiedliche regionale Entwicklung. Während europäische Anleger Goldfonds Kapital zuführten, zogen nordamerikanische Anleger Mittel ab. Die Unterstützung durch Fonds fiel entsprechend regional ungleich aus.

Auch die breitere Nachfrage bietet ein gemischtes Bild. Nach Angaben des World Gold Council lag die globale Goldnachfrage im dritten Quartal 2026 bei 1.369 Tonnen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 %.

Die ETF-Zuflüsse stehen damit einer schwächeren Nachfrage nach physischen Anlageprodukten gegenüber. Für Gold spricht der anhaltende Kapitalzufluss in die Fonds. Dagegen stehen die von Goldman Sachs hervorgehobenen Zinsrisiken, solange der restriktivere Fed-Kurs die Preisbildung prägt. Entscheidend für die weitere Einordnung ist deshalb das Zusammenspiel von Investmentnachfrage und geldpolitischem Druck.

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