Gold: ETF-Bestände steigen um 24 Tonnen
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 13:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Monatelang zogen Zentralbanken und private ETF-Anleger beim Gold in unterschiedliche Richtungen. Jetzt ziehen beide Gruppen wieder am selben Strang. Das schiebt den Goldpreis kräftig nach oben.
Seit dem 20. Juli sind die Goldbestände in börsengehandelten Fonds um 24 Tonnen gestiegen. Das ist das schnellste Tempo seit Anfang April. Die Zentralbanken kauften bereits vorher kräftig zu. Der Preis zog aber erst richtig an, als auch die ETF-Käufer zurückkehrten.
Zwei Nachfragequellen laufen jetzt parallel
Im zweiten Quartal 2026 zeigte sich noch ein gespaltenes Bild. Die Zentralbanken kauften 288,9 Tonnen Gold. Das lag 62,4 Prozent über dem Vorjahreswert.
Bei den ETFs lief es gegenläufig. Nach Zuflüssen von 171,1 Tonnen im ersten Quartal zogen Anleger im zweiten Quartal per saldo 44,8 Tonnen wieder ab. Ein erheblicher Teil der ETF-Positionen lag zeitweise unter Wasser. Analysten von Standard Chartered warnten deshalb vor Verkaufsdruck bei fallenden Kursen.
Genau dieses Risiko ist jetzt vom Tisch. Die ETF-Bestände wachsen wieder, und sie wachsen schnell.
Notenbanken kaufen so viel wie nie
Die Nachfrage der Zentralbanken bleibt die tragende Säule des Marktes. Eine aktuelle Umfrage des World Gold Council liefert dafür klare Zahlen. 89 Prozent der befragten Reservemanager erwarten steigende Goldbestände der Zentralbanken in den nächsten zwölf Monaten.
45 Prozent der 76 befragten Notenbanken planen selbst weitere Käufe. Das ist ein Rekordwert.
Bei den einzelnen Käufern zeigt sich ein breites Bild:
- Polen führte mit 51 Tonnen im zweiten Quartal die Liste an. Der Gesamtbestand liegt jetzt bei 632 Tonnen – nahe am erklärten Ziel von 700 Tonnen.
- China kaufte 33 Tonnen hinzu, der größte Quartalszuwachs seit Ende 2023. Die gemeldeten Reserven stiegen auf 2.346 Tonnen.
- Weitere Käufer waren Usbekistan, Kasachstan, Jordanien und die Tschechische Republik.
Fed-Erwartungen und schwacher Dollar treiben zusätzlich
Der aktuelle Kursanstieg trifft auf ein verändertes Zinsumfeld in den USA. Nach einem schwachen Arbeitsmarktbericht rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer nun mit einer Zinspause der Fed. Zuvor stand noch eine mögliche Zinserhöhung im Raum.
Ein schwächerer Dollar und steigende US-Staatsschulden treffen auf ein knappes Goldangebot. Diese Kombination gilt langfristig als preistreibend.
Am Dienstag notierte Gold bei rund 4.375 US-Dollar je Feinunze. Das ist leicht unter dem Vortagesniveau, nachdem die Woche zuvor deutliche Gewinne gebracht hatte. Die nächsten US-Inflationsdaten dürften zeigen, wie stabil die neue Zinserwartung wirklich ist – und damit, ob der doppelte Nachfrageschub bei Gold anhält.
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