Gold, ETF-Bestände

Gold: ETF-Bestände erreichen Rekord von 4.256 Tonnen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 06:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldfonds verzeichneten im September Zuflüsse, während Ölpreise und hohe US-Zinsen das Edelmetall belasten.
Ordentlich gestapelte Goldbarren in einem professionellen Tresorraum. Illustration mit AI erstellt.

Starke Anlagekäufe reichen derzeit nicht aus, um die Zinssorgen am Goldmarkt zu verdrängen. Dahinter steht die Erwartung länger hoher US-Zinsen. Die Zuflüsse in Goldfonds zeigen zugleich: Anleger wenden sich trotz dieses Gegenwinds nicht grundsätzlich vom Edelmetall ab.

Öl verteuert den Zinsausblick

Als unmittelbaren Auslöser des Ölpreisanstiegs nennt Reuters weitere Huthi-Angriffe in Saudi-Arabien. Hinzu kam eine US-Anweisung, Teile des diplomatischen Personals aus dem Land abzuziehen. Der Zusammenhang ist für Gold entscheidend: Höhere Energiepreise verstärken Inflationssorgen und damit die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen. Das belastet das zinslose Edelmetall.

Der gestrige Handel zeigt allerdings auch, dass zwischenzeitlicher Verkaufsdruck und Tagesbilanz auseinanderfallen können. Gold schloss bei 4.134,08 USD je Feinunze und verbuchte damit trotz der zeitweisen Belastung ein Tagesplus von 0,3%.

Eine belastbare Entspannung lässt sich daraus nicht ableiten. Bereits am Dienstag hatte Reuters Erwartungen möglicher weiterer US-Zinserhöhungen als Belastungsfaktor beschrieben. Anleger wägen damit weiterhin den Inflations- und Zinsausblick gegen die Attraktivität von US-Staatsanleihen ab.

Der nächste konkrete Prüfstein ist die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober. Für Dezember lag dieser Wert bei 90 %.

Diese Erwartungen sind keine beschlossenen Zinsschritte. Für Gold bleibt deshalb entscheidend, ob die Notenbank den restriktiven Ausblick bestätigt oder abschwächt. Zusätzlich nennt Reuters den für nächste Woche anstehenden US-PCE-Inflationsbericht als kurzfristigen Taktgeber.

Fondsnachfrage setzt einen Gegenakzent

Der World Gold Council meldete am 7. Oktober für September globale Zuflüsse in goldgedeckte ETFs von 10 Mrd. US-Dollar. Die Bestände stiegen um 67 Tonnen auf den Rekordstand von 4.256 Tonnen.

Das ist ein wichtiger Gegenakzent zur jüngsten Preisbelastung. Die Fondsnachfrage blieb im September positiv, obwohl höhere US-Staatsanleiherenditen und ein stärkerer Dollar nach Einschätzung des World Gold Council auf den Goldpreis drückten. Anlagekäufe und fallende Preise schließen sich somit nicht aus.

Auch aus Indien kommen Signale einer festeren physischen Nachfrage. Der World Gold Council berichtete am Dienstag von robusten Herstellerbestellungen vor der Fest- und Hochzeitssaison. Händler füllten ihre Lager auf. Gleichzeitig gingen die indischen Goldimporte im September deutlich zurück. Die saisonale Belebung lässt sich daher nicht mit einem durchgehend steigenden Importbedarf gleichsetzen.

Analysten erwarten begrenzten Spielraum

Zaner-Metals-Stratege Peter Grant erwartete gestern eine Seitwärtsphase mit Abwärtsneigung. UBS-Analyst Giovanni Staunovo verwies ebenfalls gestern auf Kaufinteresse unter 4.100 US-Dollar je Unze. Das Aufwärtspotenzial schätzte er zugleich als begrenzt ein.

Beide Einschätzungen passen zum Spannungsfeld zwischen vorhandener Nachfrage und dem belastenden Zinsausblick. Kaufinteresse auf niedrigeren Niveaus ist noch kein Signal für einen nachhaltigen Aufwärtstrend.

Für Anleger liegt die entscheidende Unterscheidung deshalb zwischen Nachfragebasis und kurzfristigem Preistreiber. ETF-Zuflüsse und saisonale Bestellungen belegen Interesse an Gold. Ob daraus wieder steigende Preise entstehen, hängt kurzfristig wesentlich davon ab, ob Öl, Inflationserwartungen und US-Zinsaussichten weiteren Druck ausüben.

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