Gold: CIBC senkt Prognose für Schlussquartal
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deSinkende US-Anleiherenditen verschaffen Gold heute zwischenzeitlich Entlastung. Für eine nachhaltige Erholung reicht das bislang nicht: Zinserhöhungserwartungen und die Folgen höherer Energiepreise belasten das Edelmetall weiter.
Der Tagesschlusskurs von 4.072,53 USD je Feinunze unterstreicht, dass die Gegenbewegung den Abwärtsdruck nicht überwunden hat. Auch die jüngsten Bankprognosen zeigen: Kurzfristig überwiegt die Vorsicht, während die Erwartungen für das kommende Jahr deutlich freundlicher ausfallen.
Renditen sorgen nur zeitweise für Entlastung
Reuters berichtete gestern, höhere Ölpreise hätten die Inflationssorgen verstärkt. Gold gab demnach den vierten Handelstag in Folge nach. Der Markt bewegt sich damit zwischen kurzfristiger Entlastung und der Sorge vor einer strafferen amerikanischen Geldpolitik.
Den Hintergrund bildet die hartnäckige Teuerung. Laut AP stieg die US-Inflation im September auf 3,7 Prozent. Die anschließende Neubewertung möglicher Fed-Zinserhöhungen trieb die Anleiherenditen nach oben. Zugleich verteuerte der Iran-Krieg den Energiemarkt und verstärkte damit die Inflationssorgen.
Für das zinslose Edelmetall ist diese Kombination ungünstig. Höhere Renditen und ein stärkerer Dollar wurden als zentrale Belastungen genannt. Allerdings wirken diese Faktoren nicht durchgehend in dieselbe Richtung: Reuters meldete gestern auch Druck auf den Dollar nach rückläufigen Renditen und Rohölpreisen. Das erklärt die zwischenzeitliche Entlastung, beseitigt aber nicht die Zinssorgen.
Der nächste feste Termin ist die Fed-Sitzung am 27.–28.10.2026. Reuters zufolge richten Anleger ihren Blick auf diese Entscheidung. Für Gold stehen dabei die Folgen für Renditen und Dollar im Mittelpunkt.
Banken trennen kurzfristige Risiken vom Jahresausblick
Als Belastungen nannte sie höhere Zinsen, einen starken US-Dollar und eine schwächere Goldnachfrage.
Diese Einschätzung setzt einen vorsichtigen Gegenpunkt zur zwischenzeitlichen Erholung. Sie bezieht sich auf einen Quartalsdurchschnitt und ist damit nicht als Ziel für einen einzelnen Handelstag zu verstehen.
CIBC Capital Markets senkte am Dienstag ihre Prognose für das vierte Quartal 2026 auf 4.500 US-Dollar je Unze. Die Analysten Anita Soni und Cosmos Chiu verwiesen auf reale Zinsen und den starken Dollar als kurzfristige Hürden.
Beide Häuser unterscheiden damit zwischen den unmittelbaren Belastungen und den längerfristigen Aussichten. Ihre Erwartungen liegen allerdings deutlich auseinander.
CIBC erwartete am Dienstag für dasselbe Jahr 5.200 US-Dollar.
Die gemeinsame Aussage lautet deshalb nicht, dass die Schwäche bereits beendet wäre. Beide Banken rechnen für das kommende Jahr mit höheren Durchschnittspreisen als im Schlussquartal. Kurzfristig bleibt ihre Begründung jedoch dieselbe: Erst nachlassender Zins- und Dollardruck würde die derzeitigen Belastungen für Gold abschwächen.
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