Gold: CIBC senkt Prognose auf 4.500 Dollar
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deFür Gold sprechen die jüngsten Analysteneinschätzungen gegen eine rasche Erholung. Sucden Financial erwartete am Mittwoch weiteren Preisdruck bis Dezember. Ausschlaggebend waren vor allem die durch hohe Ölpreise verstärkten Inflationssorgen. Käufe von Zentralbanken und Zuflüsse in Goldfonds liefern zwar ein Gegengewicht, beseitigen die Belastung durch höhere Renditen und einen starken Dollar aber nicht.
Ölpreise belasten die Erholungsperspektive
Sucden Financial verwies in seinem Quartalsausblick auf Ölpreise über 110 US-Dollar je Barrel. Diese hätten Inflationsbedenken verstärkt und sowohl den Dollar als auch die Anleiherenditen gestützt. Damit seien zugleich die Opportunitätskosten einer Goldanlage gestiegen.
Die Einschätzung beschreibt ein schwieriges Umfeld für das Edelmetall: Nicht allein die Nachfrage nach Gold entscheidet über die Preisrichtung. Auch die Bedingungen an den Zins- und Devisenmärkten können eine Erholung bremsen.
Laut Reuters verstärkten sie die Erwartungen einer Zinserhöhung im Dezember. David Meger von High Ridge Futures erklärte gegenüber Reuters, der Bericht habe die entsprechenden Sorgen nicht gelindert.
Gold schloss gestern bei 4.022,05 USD je Feinunze. Damit steht der Markt unter dem von den Analysten beschriebenen Zinsdruck, obwohl die physische und institutionelle Nachfrage weiterhin Unterstützung bietet.
CIBC korrigiert die Preisziele deutlich
Bereits am 21. Oktober senkte CIBC Capital Markets seine Goldpreisprognose für das vierte Quartal 2026 von 6.500 auf 4.500 US-Dollar je Unze. Als Gründe nannte die Bank hartnäckige Inflation, steigende Anleiherenditen und einen starken Dollar.
Die Korrektur beschränkte sich nicht auf den kurzfristigen Ausblick. Auch für das folgende Jahr nahm das Haus seine Erwartungen zurück. Damit betrifft die vorsichtigere Einschätzung mehr als eine vorübergehende Schwächephase.
Für 2027 reduzierte CIBC die Prognose des durchschnittlichen Goldpreises von 6.500 auf 5.200 US-Dollar je Unze. Das sind Erwartungen der Bank, keine zugesicherte Preisentwicklung. Gemeinsam mit dem Sucden-Ausblick zeigen sie jedoch eine vorsichtigere Bewertung der Erholungschancen.
Nachfrage liefert ein Gegengewicht
Auf der Nachfrageseite ergibt sich ein widerstandsfähigeres Bild. Der World Gold Council berichtete am 15. Oktober von weiteren Käufen der chinesischen Zentralbank PBoC und Zuflüssen in chinesische Gold-ETFs.
Im September fügte die PBoC ihren Beständen 23 Tonnen Gold hinzu. Die Käufe im dritten Quartal beliefen sich auf 63 Tonnen. Die chinesischen Gold-ETFs erreichten zugleich Bestände von 304 Tonnen.
Auch aus Indien kamen Hinweise auf saisonal anziehende Nachfrage. Der World Gold Council verwies am 20. Oktober auf engere Inlandsrabatte und erste Stärkezeichen trotz gesunkener Importe.
Für Anleger entsteht daraus kein eindeutiges Erholungssignal. Die Nachfrage stützt Gold, während die jüngsten Analystenausblicke den Zins- und Dollareinfluss stärker gewichten. Eine schnelle Rückkehr zu deutlich höheren Preisen ist damit eine Erwartung, die diese Einschätzungen gerade nicht tragen.
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