Gold: Chinesische Zentralbank kauft 23 Tonnen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 21:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deGold könnte nach Einschätzung der DZ BANK zum Jahresende wieder Boden gutmachen – vorausgesetzt, der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank läuft aus. Kurzfristig dominieren allerdings die Inflationsdaten: Sie haben die Erwartungen weiterer Zinsschritte neu entfacht und Gold nach Angaben von Reuters einen Wochenverlust beschert.
Inflationsdaten bestimmen die Richtung
Der Goldpreis beendete den gestrigen Handel bei 4.169,08 USD je Feinunze. Deren Erholungsszenario setzt darauf, dass Gold nach einem erwarteten letzten Zinsschritt im Dezember aufatmen kann. Dieser Zinspfad ist eine Prognose, keine Entscheidung der Federal Reserve.
Wie empfindlich der Markt auf neue Daten reagiert, zeigte sich am Mittwoch. Das US Bureau of Labor Statistics meldete für September einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat betrug das Plus 0,6 Prozent. Die Kernrate lag im Jahresvergleich bei 2,6 Prozent.
Die überraschend kräftigen Verbraucherpreise stärkten zunächst die Wetten auf eine Zinserhöhung im Oktober. Zugleich stiegen der US-Dollar und die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen. Reuters zufolge belastete diese Kombination den Goldpreis. Hinzu kamen Erzeugerpreise, die im September so stark gestiegen waren wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr.
Am Donnerstag drehte das Zusammenspiel vorübergehend: Ein schwächerer Dollar und sinkende Renditen stützten die Erholung. Fed-Vertreterin Mary Daly signalisierte laut Reuters zudem, dass eine Zinserhöhung nicht zwingend schon im Oktober nötig sei. Die Gegenbewegung änderte jedoch nichts am schwächeren Wochenergebnis.
Zentralbankkäufe bilden ein Gegengewicht
Abseits der kurzfristigen Zinsspekulation bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein wichtiger Faktor. Der World Gold Council berichtete am Donnerstag, dass die chinesische Zentralbank im September 23 Tonnen Gold gekauft habe. Das war der größte Monatszukauf seit Oktober 2023. Im dritten Quartal summierten sich die Käufe auf 63 Tonnen.
Zusätzlich meldete der Verband anhaltende Zuflüsse in chinesische Gold-ETFs Anfang Oktober. Damit stehen den Belastungen durch Dollar und Anleiherenditen weiterhin Käufe von Zentralbank und Anlegern gegenüber. Diese Nachfrage verhinderte die jüngsten Rückschläge nicht, gehört aber zu den längerfristigen Stützen des Marktes.
Der nächste Zinsentscheid wird entscheidend
Der nächste konkrete Termin ist die Sitzung der Federal Reserve am 27.–28. Oktober. Für Gold zählt dabei nicht allein die Entscheidung selbst. Der World Gold Council hob auch die Reaktion der Anleiherenditen auf veränderte Zinserwartungen als kurzfristigen Markttreiber hervor.
Die DZ BANK richtet den Blick bereits darüber hinaus. Für das erste Halbjahr 2027 nennt sie 4.600 US-Dollar je Feinunze. Auf Jahressicht seien etwa 5.000 US-Dollar möglich.
Dafür setzt die Bank auf einen schwächeren US-Dollar und anhaltende Zentralbankkäufe. Die Erholungsperspektive hängt damit an klaren Voraussetzungen: Der Zinsdruck müsste nachlassen, während die Nachfrage der Notenbanken bestehen bleibt. Bis dahin gibt vor allem die Neubewertung des amerikanischen Zinspfads die Richtung vor.
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