Gold: Chinas Importe knacken 1.000 Tonnen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 15:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gold ringt zum Wochenausklang mit spürbaren Gegenkräften. Während ein fester US-Dollar und hohe Renditen der US-Staatsanleihen die Notierungen deckeln, verzeichnet das Edelmetall heute mit 4.187,07 USD je Feinunze ein moderates Kursplus von 0,2 Prozent.
Laut Reuters blicken die Marktteilnehmer am heutigen Freitag mit großer Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht für den Monat September. Die Veröffentlichung der offiziellen Beschäftigtenzahlen ist für 12:30 Uhr GMT angekündigt und dürfte den Ton für die kommenden Zinserwartungen vorgeben.
Ein erstarkter Greenback verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums. Gleichzeitig verringern attraktive Renditen festverzinslicher US-Papiere das Interesse an zinslosen Anlagen wie Gold.
Schwächere US-Inflationsdaten und falkenhafte Fed-Signale hatten den Goldpreis vor gut einer Woche, seither -2,3 %, bereits spürbar unter Druck gesetzt. Die anhaltende Ungewissheit über den künftigen Zinspfad der Federal Reserve zwingt Marktteilnehmer daher weiter zur Vorsicht.
Trendwende bei den weltweiten ETF-Beständen
Neben den geldpolitischen Vorgaben senden die Kapitalströme der Finanzinvestoren veränderte Signale. Laut World Gold Council hatten physisch besicherte Gold-ETFs im August noch globale Zuflüsse von 18 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Das weltweite Fondsvolumen kletterte dabei um 121 Tonnen auf einen Bestand von 4.189 Tonnen.
Für den Markt bedeutet diese Entwicklung eine Zäsur. Schließlich hatten die stetigen Käufe westlicher ETF-Investoren über Monate hinweg für eine verlässliche Unterstützung des Preisniveaus gesorgt.
Asiatische Nachfrage bildet verlässlichen Gegenpol
Dem Gegenwind an den westlichen Termin- und Finanzmärkten steht eine ungebrochene physische Nachfrage im asiatischen Raum gegenüber. Chinesische Zolldaten belegen, dass die Goldimporte des Landes von Januar bis August die Marke von 1.000 Tonnen überstiegen haben. Damit übertraf das Einfuhrvolumen bereits nach acht Monaten den Gesamtwert des Jahres 2025. Bloomberg führte diese lebhafte Einfuhr vor allem auf ein hohes privates Investitionsbedürfnis und einen festen Yuan zurück. Diese anhaltende Importbereitschaft festigt Chinas Rolle als globaler Kernmarkt für physisches Metall.
Parallel dazu baut die People’s Bank of China ihre Währungsreserven kontinuierlich aus. Wie der World Gold Council mitteilte, erwarb die chinesische Zentralbank im August weitere 20,2 Tonnen Gold. Zwar sorgen geopolitische Spannungen sowie schwankende Energiepreise kurzfristig für ein volatiles Marktumfeld. Die kontinuierlichen Zukäufe der Notenbanken bilden jedoch ein solides Fundament, das tiefere Rückschläge am Markt bislang wirksam abfedert.
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