Gold: China setzt Käufe 23 Monate fort
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin schwächerer Dollar und sinkende Ölpreise haben Gold heute im frühen Handel gestützt. Eine klare Entwarnung ergibt sich daraus nicht: Inflationssorgen und mögliche weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank wirken weiterhin als Gegengewicht. Der Tagesschlusskurs von 4.167,05 USD je Feinunze unterstreicht, dass die anfängliche Entlastung keinen eindeutigen Aufwärtsimpuls brachte.
Öl und Dollar verändern die kurzfristige Lage
Reuters zufolge gab der Ölpreis heute nach, während Anleger auf neue US-Inflationsdaten warteten. Damit ließ ein Belastungsfaktor nach, der Gold gestern unter Druck gesetzt hatte. Zugleich unterstützte der schwächere US-Dollar die frühe Erholung.
Die Verbindung zwischen Energiepreisen und Gold läuft derzeit vor allem über die Inflationserwartungen. Höhere Ölpreise können die Sorge vor anhaltendem Preisdruck verstärken. Daraus entstehen Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik, die das zinslose Edelmetall belastet.
Die durch den Nahostkonflikt ausgelösten Sorgen um die Energieversorgung bleiben dabei ein Gegentreiber. Ein fallender Ölpreis an einem Handelstag beseitigt diese Unsicherheit nicht. Für Gold stehen kurzfristig deshalb nicht allein die geopolitischen Risiken im Mittelpunkt, sondern auch deren mögliche Folgen für den Zinspfad.
Inflationsdaten prüfen die Zinserwartungen
Morgen werden die US-Verbraucherpreisdaten veröffentlicht. Am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise. Beide Berichte stehen laut Reuters im Fokus der Marktteilnehmer, weil sie Hinweise auf die weitere Inflations- und Zinsentwicklung geben können.
Ein stärkerer Inflationswert könnte die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen verstärken und damit zusätzlichen Druck auf Gold ausüben. Die frühe Erholung ist deshalb noch kein Beleg für eine dauerhaft günstigere geldpolitische Ausgangslage.
Langfristig verwies das Haus dagegen auf Aufwärtspotenzial und mögliche Unterstützung durch die Zentralbanknachfrage.
Nachfrage setzt einen Gegenakzent
Die Nachfrageperspektive unterscheidet sich damit vom kurzfristigen Zinsbild. Zentralbankkäufe und Zuflüsse in physisch gedeckte Goldfonds liefern Unterstützung, auch wenn sie einen weiteren Preisrückgang nicht ausschließen.
Laut Reuters erhöhte die chinesische Zentralbank ihre Goldbestände im September auf 77,47 Millionen Feinunzen, nach 76,73 Millionen Ende August. Damit setzte sie ihre Käufe den 23. Monat in Folge fort.
Auch bei den Goldfonds blieb die Nachfrage kräftig. Der World Gold Council meldete für September Zuflüsse von 10 Milliarden US-Dollar. Im dritten Quartal erreichten sie mit rund 31 Milliarden US-Dollar einen Quartalsrekord.
Diese Käufe stehen dem kurzfristigen Druck durch Renditen und Zinserwartungen gegenüber. Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Die Nachfrage stützt die längerfristige Perspektive, während die anstehenden Inflationsberichte zunächst über die geldpolitische Belastung entscheiden können.
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