Gold: China importiert 1.000 Tonnen
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deChinas Hunger nach physischem Edelmetall bricht Rekorde. Bis einschließlich August 2026 summierten sich die Goldimporte des Landes auf mehr als 1.000 Tonnen. Damit hat die Volksrepublik bereits nach acht Monaten das gesamte Importvolumen des Jahres 2025 übertroffen.
Dieser kräftige Zukauf aus Fernost bildet ein Gegengewicht zu den Zinsängsten an den westlichen Finanzmärkten. Während an den Terminmärkten steigende Renditen für Gegenwind sorgen, bleibt die Nachfrage nach realen Barren ungebrochen. Anleger suchen angesichts geopolitischer Spannungen und anhaltender Währungsunsicherheiten weiterhin gezielt nach Absicherung.
Notenbanken und Fonds stocken Bestände auf
Nicht nur private und institutionelle Käufer in China greifen zu, auch die Währungshüter weltweit bauen ihre Reserven im Rekordtempo aus. Nach Erhebungen des World Gold Council erwarben Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 insgesamt 288,9 Tonnen Gold. Dies entspricht einem Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und markiert das stärkste zweite Quartal in den Aufzeichnungen des Verbandes.
Vor allem die Reservemanager in Polen und China traten zuletzt als treibende Kräfte auf. Auf der Verkäuferseite standen im zweiten Quartal dagegen vor allem Russland und die Türkei.
Parallel dazu kehrte das Interesse bei börsengehandelten Fonds zurück. Medienberichten zufolge verzeichnete der SPDR Gold Shares zuletzt Kapitalzuflüsse von rund 560 Millionen US-Dollar. Der weltweit größte physisch hinterlegte Gold-ETF hielt am Mittwoch knapp 1.052 Tonnen des Edelmetalls und bewegte sich damit in der Nähe des höchsten Niveaus seit dem Frühjahr.
Zinsdruck bremst kurzfristige Dynamik
Die robuste Nachfrage trifft an den Märkten auf ein schwieriges Zinsumfeld. Am Freitag schloss der Spotpreis für eine Feinunze Gold bei 4.288,69 USD, was einem Tagesplus von 0,5 Prozent entsprach. Dennoch liegt die Notierung damit rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Ende Januar.
Hintergrund der gedämpften Kursentwicklung sind die US-Anleiherenditen für zehn- und dreißigjährige Laufzeiten, die nach starken Konjunkturdaten Höchststände erreichten. An den Terminmärkten preisen Händler für die Fed-Sitzungen im Oktober und Dezember weitere Straffungsschritte ein. Steigende Zinsen verteuern die Opportunitätskosten für das Halten unverzinster Edelmetalle.
Langfristiger Aufwärtstrend bleibt intakt
Trotz der kurzfristigen Belastungsfaktoren durch die Geldpolitik trauen Beobachter dem Edelmetall weiteres Potenzial zu. Die Analysten von Goldman Sachs senkten im September zwar ihre Preisprognose für das Jahresende 2026 leicht auf 4.650 USD je Feinunze. Sie begründeten diesen Schritt mit den Zinsschritten der Federal Reserve.
Gleichzeitig betonte die Bank jedoch, dass die langfristige Aufwärtsdynamik intakt bleibe. Solange Reservemanager weltweit ihre Währungsreserven diversifizieren und Rekordmengen an Gold erwerben, bleibt der fundamentale Boden im Markt fest eingezogen.
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