Gold: BCA erwartet erst Seitwärtsphase
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 05:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deGold bekommt nach dem US-Zwischenwahlsieg der Demokraten Rückenwind vom Anleihemarkt. Für eine dauerhafte Erholung sieht BCA-Strategin Roukaya Ibrahim allerdings noch Hürden: In ihrer heute veröffentlichten Einschätzung erwartet sie zunächst eine Seitwärtsbewegung. Entscheidend sind für sie Inflation, Fed-Politik und der Dollar. Goldman Sachs hat seine Goldpreisprognosen wegen der restriktiveren Haltung der US-Notenbank bereits gestern gesenkt.
Politischer Wechsel stützt den Goldmarkt
Anleger rechnen mit stärkeren Begrenzungen für Trumps Ausgaben- und Kreditaufnahmepläne. Das drückte den Dollar und die Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Zugleich weckten niedrigere Ölpreise Hoffnungen auf nachlassenden Inflationsdruck und weniger aggressive Zinserhöhungen.
Die Erholung zeigt sich auch im Preis: Gold schloss gestern bei 4.088,36 USD je Feinunze. Der Zuwachs über sieben Tage beträgt 5,5% und unterstreicht die kräftige Gegenbewegung nach dem Oktober-Ausverkauf.
Parallel wirkt der Ausverkauf am Aktienmarkt in zwei Richtungen. Die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen drückt deren Renditen und stützt damit Gold. Müssen Anleger dagegen Liquidität beschaffen, verkaufen sie zeitweise auch Edelmetalle. Sorgen über strengere KI-Regulierung und einen gebremsten Rechenzentrumsausbau haben diesen Verkaufsdruck mit ausgelöst.
Wie stark der politische Wechsel die Fiskalpolitik tatsächlich verändert, hängt von Verhandlungen zwischen Kongress und Trump-Regierung ab. Für Gold trägt dieser Impuls daher vor allem dann weiter, wenn Dollar und Renditen unter Druck bleiben.
BCA erwartet zunächst eine Seitwärtsphase
Ibrahim hält Gold nach dem Oktober-Ausverkauf für technisch überverkauft. Als kritische Unterstützung nennt sie 4.000 USD je Feinunze. Kurzfristig bleibt sie dennoch zurückhaltend, weil Inflation und Geldpolitik Gegenwind liefern könnten.
Bis Ende 2026 rechnet die Strategin mit einem relativ starken Dollar. Ein günstigeres makroökonomisches Umfeld hält sie Anfang 2027 für möglich, sofern Dollar und Inflation nachlassen. Zentralbankkäufe betrachtet sie als Stütze; private Investmentnachfrage könnte zum größeren Katalysator werden.
Die Analysten warnen zudem vor kurzfristigem Verkaufsdruck durch Nachschussforderungen und den Abbau kreditfinanzierter Positionen, falls die Aktienmärkte weiter stark fallen. Langfristige private Anleger und Zentralbanken bleiben aus ihrer Sicht wichtige Stützen.
Für Ende 2027 reduzierte Goldman Sachs die Prognose auf 4.800 USD je Feinunze. Zuvor hatte das Haus 5.400 USD erwartet.
Arbeitsmarktdaten entscheiden über den nächsten Impuls
Der heute erwartete US-Arbeitsmarktbericht ist der nächste wichtige Prüfstein für die Zinserwartungen. Der von CNBC genannte Dow-Jones-Konsens rechnet für Oktober mit 59.000 zusätzlichen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Im September waren es 29.000; die Arbeitslosenquote wird bei 4,2% erwartet.
Schwächere Beschäftigungs- und Lohndaten könnten Erwartungen weiterer Straffungen dämpfen und damit die Gold-Erholung unterstützen. Robuste Zahlen könnten dagegen Zinserhöhungserwartungen und Dollar stärken. Für Anleger entscheidet sich die Tragfähigkeit der Gegenbewegung damit an der Frage, ob die Entlastung bei Inflation, Renditen und Währung anhält.
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