Gold: 20 Prozent Gewinn in zwölf Monaten
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lange Vorlaufzeiten bei der Erschließung neuer Förderstätten rücken zunehmend in den Fokus des Edelmetallmarkts. Medienberichten vom Mittwoch zufolge werden für die Entwicklung neuer Minenprojekte mittlerweile Zeiträume von bis zu 20 Jahren veranschlagt.
Als exemplarisches Beispiel für diese langwierigen Prozesse gilt das Bergbauunternehmen Tesoro Gold. Diese strukturellen Verzögerungen verdeutlichen, dass das weltweite Angebot an physischem Gold auf absehbare Zeit unelastisch bleiben dürfte.
Rohstoffmärkte und Geldpolitik setzen Impulse
Kurzfristig wird das Marktgeschehen vor allem von makroökonomischen Faktoren und Bewegungen an den Energiemärkten bestimmt.
An der Londoner Börse kostete die Feinunze zeitweise 4.262 US-Dollar, bevor sie bei 4.295 US-Dollar gehandelt wurde.
Zusätzliche Bewegung brachte die Zinsentscheidung der US-Notenbank vom vergangenen Mittwoch, seit der das Edelmetall um 2,8 Prozent zulegte. Im Anschluss an den Zinsentscheid richteten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die Renditen von US-Staatsanleihen, den US-Dollar sowie die Erwartungen an den künftigen geldpolitischen Kurs.
Am Freitag ging Gold mit einem Schlusskurs von 4.382,82 US-Dollar je Feinunze aus dem Handel. Auf Sicht von zwölf Monaten entspricht dieses Niveau einem Wertzuwachs von 20 Prozent.
Notenbanken stützen die Nachfrage
Neben den physischen Rahmenbedingungen bleibt die institutionelle Nachfrage ein wesentlicher Pfeiler des Marktes. Der World Gold Council meldete am Freitag für Juli weltweite Netto-Zentralbankkäufe von 23 Tonnen.
Die People’s Bank of China erwarb in diesem Monat 20 Tonnen und baute ihre Kaufserie damit auf 21 aufeinanderfolgende Monate aus. Polen stockte seine Währungsreserven um 8 Tonnen auf, während Russland im selben Zeitraum 6 Tonnen veräußerte.
Die gesamten gemeldeten Zentralbankkäufe der ersten sieben Monate des Jahres summierten sich damit auf rund 130 Tonnen. Bereits im zweiten Quartal hatten die weltweiten Währungshüter per saldo 289 Tonnen erworben.
Rückblickend verwiesen Marktbeobachter am 6. September auf eine damalige Einschätzung der UBS, die innerhalb von zwölf Monaten eine Notierung von 5.400 US-Dollar je Unze in Aussicht gestellt hatte. Vom aktuellen Niveau aus trennt das Edelmetall ein Abstand von 22 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch. Die Kombination aus zögerlichem Minenwachstum und stetigen Käufen durch Notenbanken bildet dabei weiterhin das fundamentale Gerüst der Preisbildung.
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