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Erste Bank Aktie: Kepler hebt Kursziel an

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kepler Cheuvreux erhöht den fairen Wert der Erste-Group-Aktie; zugleich bleiben Dukovany-Finanzierung und Polen-Offerte umstritten.

Erste Group: Kepler Cheuvreux hebt Kursziel auf 140 Euro an
Moderne Glasfassade eines Finanzgebäudes im goldenen Sonnenlicht, die Wachstum und wirtschaftliche Dynamik symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat seine Zuversicht für die Erste Group Bank bekräftigt und das Kursziel für das Papier angehoben. Analyst Benoit Petrarque taxiert den fairen Wert des Titels auf 140 Euro, nachdem das bisherige Ziel bei 128 Euro gelegen hatte.

Die Einstufung beließ der Experte unverändert auf „Buy“. Am heutigen Mittwoch gibt die Aktie im Handel leicht nach und steht bei 121,60 Euro, was einem Tagesverlust von 1,7 Prozent entspricht. Das neue Kursziel signalisiert damit weiterhin deutlichen Spielraum nach oben.

Diskussionen um tschechische AKW-Finanzierung

Parallel zu den positiven Signalen aus dem Analystenlager sieht sich das Institut in Österreich kritischen Nachfragen bezüglich seines Kreditengagements ausgesetzt.

Acht Umweltschutzorganisationen verlangen von der Bank Klarheit über eine mögliche Beteiligung am Ausbau des tschechischen Atomkraftwerks Dukovany. Hintergrund sind wiederholte Aussagen der Errichtergesellschaft EDU II, wonach die tschechische Erste-Tochter ?eská spo?itelna das Projekt mitfinanziere.

Die Bank reagierte zurückhaltend auf die schriftlichen Anfragen und berief sich auf das Bankgeheimnis. Man verfolge im Bereich der Atomenergie einen verantwortungsvollen und regelbasierten Ansatz, hieß es dazu aus dem Unternehmen.

Kernenergie werde in der Debatte um Versorgungssicherheit und Klimaziele zwar diskutiert, konkrete Geschäftsbeziehungen blieben jedoch vertraulich. Die Kritiker forderten ein ausdrückliches Dementi, sollte keine Finanzierung vorliegen, und kündigten für den 5. Oktober eine Kundgebung vor der Wiener Bankfiliale am Graben an.

Strategischer Fokus auf Osteuropa

Ungeachtet der Diskussionen treibt der Konzern seine strategische Aufstellung im östlichen Mitteleuropa voran. Im Zentrum steht dabei die vor gut drei Wochen bekannt gewordene Aufstockung der Anteile an der polnischen Tochter Erste Bank Polska auf bis zu 75 Prozent; die Aktie gab seither um 2,3 Prozent nach.

Das Institut hält derzeit 49 Prozent der Anteile an der Gesellschaft und plant für Anfang November ein freiwilliges Übernahmeangebot, das vollständig aus internen Mitteln gestemmt werden soll.

Für die Transaktion ist ein Preis von rund 713 Z?oty je Aktie vorgesehen, was bei Bekanntgabe einem Abschlag von rund 12 Prozent auf den damaligen Börsenkurs entsprach. Der Vollzug ist für Dezember geplant, steht jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die polnische Finanzaufsicht.

Fio-Analyst Karel Nedv?d verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Erreichen der vollen Zielmarke von 75 Prozent angesichts des gebotenen Preises keineswegs gesichert sei. Zudem muss nach den Vorgaben der Offerte ein Mindeststreubesitz von 25 Prozent an der polnischen Tochtergesellschaft gewahrt bleiben.

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