Deutsche Konsum Reit Aktie: Sanierung zeigt Wirkung
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Immobilienkonzern Deutsche Konsum Real Estate hat seine Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/2026 vorgelegt — und die Bilanz zeigt ein Unternehmen im Umbau. Wer auf schnelle Erfolge hofft, muss weiter Geduld haben, doch unter der Oberfläche verschiebt sich einiges.
Entschuldung kommt spürbar voran
Der Sanierungsplan trägt erste Früchte. Die Finanzverbindlichkeiten sanken auf 311,5 Millionen Euro, nach 471,1 Millionen Euro zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres. Die Netto-Loan-to-Value-Quote fiel auf 41,1 Prozent von zuvor 57,8 Prozent — ein deutlicher Fortschritt gegenüber den vergangenen Quartalen.
Möglich wurde das durch die bereits umgesetzte Sanierungskapitalerhöhung samt Debt-to-Equity-Swap, bei dem rund 120 Millionen Euro Schulden in Eigenkapital gewandelt wurden. Das Eigenkapital kletterte dadurch auf 397,0 Millionen Euro von 304,3 Millionen Euro. Der Zinsaufwand sank parallel auf 10,7 Millionen Euro von 18,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Die operative Ertragskraft profitiert davon direkt. Die Funds from Operations stiegen auf 14,5 Millionen Euro, nach 9,9 Millionen Euro im Vorjahr — ein Plus von 46 Prozent. Pro Aktie ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Durch die höhere Aktienzahl sank der FFO je Aktie auf 0,18 Euro von 0,24 Euro.
Kleineres Portfolio, höhere Leerstände
Die Kehrseite der Sanierung zeigt sich im Portfolio. Seit Beginn der Restrukturierung wurden Immobilien im Wert von rund 78 Millionen Euro verkauft, zusätzlich wurden Kaufverträge über 16 Millionen Euro für zwei weitere Objekte unterzeichnet. Zum Stichtag 30. Juni 2026 umfasste der Bestand noch 140 Objekte mit einem Bilanzwert von 693,7 Millionen Euro.
Eine Neubewertung durch CBRE zum selben Stichtag führte zu einem Bewertungsverlust von 41,6 Millionen Euro, was etwa 5,7 Prozent des bisherigen Portfoliowerts entspricht. Die Mieterlöse gingen planmäßig auf 48,0 Millionen Euro zurück, nach 52,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Leerstand stieg spürbar auf 18,2 Prozent von 14,2 Prozent zum Geschäftsjahresende — belastet durch eine Mieterinsolvenz und eine nicht verlängerte Fläche.
Immerhin bleibt die Mieterstruktur defensiv aufgestellt: 86 Prozent der Mietverträge sind an die Verbraucherpreisentwicklung gekoppelt, was in einem inflationären Umfeld automatische Mietanpassungen ermöglicht.
Personalwechsel und Ausblick
Im Berichtszeitraum kam es auch zu personellen Veränderungen. Daniel Löhken, zuvor Aufsichtsratsvorsitzender, wurde zum 1. Juli 2026 für drei Jahre zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Kyrill Turchaninov schied planmäßig aus dem Vorstand aus, neuer Aufsichtsratschef ist Dr. Kai Gregor Klinger.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit Mieterlösen zwischen 58 und 63 Millionen Euro, bei gleichzeitig steigendem FFO durch die reduzierte Zinslast. Der Sanierungsprozess sieht Immobilienverkäufe von bis zu 220 Millionen Euro bis September 2027 vor — das anhaltend schwierige Transaktionsumfeld und restriktive Finanzierungsbedingungen könnten dieses Ziel allerdings weiter verzögern.
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