DAX: Zinsen und Öl drücken auf die Bremse
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Rekordhoch von 26.573 Punkten in der Vorwoche fehlt dem DAX aktuell die Kraft für neue Bestmarken. Am Dienstagmorgen notiert der Leitindex rund 0,3 bis 0,5 Prozent tiefer bei etwa 26.250 bis 26.310 Punkten. Seit vergangenem Mittwoch blieb ein neuer Höchststand aus — größere Gewinnmitnahmen gab es aber ebenfalls nicht.
Zwei Faktoren belasten die Stimmung spürbar. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen kletterte auf ein 15-Jahres-Hoch, in den USA erreichten 30-jährige Treasury-Renditen sogar den höchsten Stand seit 2007. Anleihen werden damit zur ernsthaften Konkurrenz für Aktien im Kampf um Anlegerkapital.
Nahost-Konflikt treibt Ölpreis
Hinzu kommt der Ölmarkt. Die Sorte Brent kletterte über 91 US-Dollar je Barrel, nachdem ein weiterer Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet wurde. Das im Juni geschlossene 60-Tage-Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ist mittlerweile ausgelaufen, ohne dass Fortschritte bei den strittigen Punkten – darunter das iranische Atomprogramm und die Durchfahrt durch die Straße von Hormus – erkennbar wurden. Eine Verlängerung scheint derzeit keine der Kriegsparteien anzustreben.
Aus Asien kommen zusätzlich schwache Signale: Der Nikkei 225 verlor am Morgen deutlich, während der CSI 300 in China nachgab. Steigende Ölpreise und Zinsen befeuern dort ebenso wie in Europa die Sorge vor anhaltendem Inflationsdruck.
Bei den Einzelwerten bewegten vor allem Analysten-Umstufungen den Markt. Exane BNP Paribas senkte das Kursziel für Lanxess von 15 auf 12 Euro und stufte die Aktie auf "Underperform" ab, das Papier gab vorbörslich um rund 2,7 Prozent nach.
Gegenläufig entwickelten sich Sixt und Schott Pharma: Berenberg hob das Kursziel für den Autovermieter auf 91 Euro an und verwies auf ein starkes Sommer-Reisegeschäft, Barclays sprang bei Schott Pharma von "Equal Weight" auf "Overweight" und erhöhte das Kursziel von 16 auf 27 Euro.
Charttechnisch rückt nun die Marke von 26.285 Punkten in den Blick. Fällt der Index darunter, könnten sich die Verkäufe verstärken, mit möglichen Anlaufzielen bei 25.900 und 25.507 Punkten. Der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 25.445 Punkten gilt als wichtigere Verteidigungslinie — ein Bruch dieser Marke würde die Gefahr weiterer Rücksetzer bis in Richtung 24.820 Punkte deutlich erhöhen.
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