DAX, Anleger

DAX: Anleger treten auf der Stelle

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAX startet nahezu unverändert, während hohe Ölpreise und steigende Anleiherenditen die Stimmung am deutschen Aktienmarkt dämpfen.

DAX verharrt bei 25.378 Punkten: Ölpreise und Renditen belasten
Leerer Handelsraum der Frankfurter Börse in gedimmtem Licht, der eine abwartende Stimmung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Der deutsche Leitindex kommt am Dienstag nicht vom Fleck. Zum Handelsstart notiert der DAX nahezu unverändert bei 25.378 Punkten, während Anleger auf klare Impulse warten, die einfach nicht kommen wollen. Zwei Belastungsfaktoren dominieren stattdessen das Bild: hohe Ölpreise und steigende Anleiherenditen.

Öl und Anleihemärkte bremsen die Kauflaune

Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran schwindet, was den Ölpreis stützt. Parallel dazu nähert sich die Rendite der dreißigjährigen Bundesanleihe in großen Schritten der Vier-Prozent-Marke. Das drückt auf die Stimmung, auch wenn sich der deutsche Markt insgesamt robust zeigt.

Bemerkenswert ist die Verschiebung bei den Zinserwartungen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren EZB-Zinsanhebung im Oktober ist auf 40 Prozent gesunken. In den USA zeichnet sich hingegen das Gegenteil ab — dort steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt, weil die Fed bei der Inflationsbekämpfung als etwas im Rückstand gilt.

Der MDAX der mittelgroßen Werte legte zum Handelsstart um 0,1 Prozent auf 30.920 Punkte zu, der EuroStoxx 50 zeigte sich mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 6.327 Punkte etwas robuster als der deutsche Leitindex. Das unterschiedliche Tempo zwischen den Indizes deutet darauf hin, dass die Belastungsfaktoren den DAX derzeit stärker treffen als die europäische Konkurrenz.

Chartbild bleibt zweigeteilt

Seit dem Allzeithoch am 28. August hat sich beim DAX eine Korrekturbewegung mit fallenden Verlaufshochs und -tiefs etabliert. Die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 50 Handelstage liefern derzeit Verkaufssignale. Der langfristige Trend, gemessen am 200-Tage-Durchschnitt, zeigt dagegen weiterhin nach oben.

Seit dem 28. September kommt ein Kaufsignal aus der überverkauften Slow-Stochastik hinzu — ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung Fortsetzung finden könnte. Die erste Hürde für ein solches Szenario liegt am Tageshoch vom 28. September bei 25.581 Punkten. Gelingt der Ausbruch darüber, rückt das Verlaufshoch vom 22. September bei 25.786 Punkten in Reichweite.

Fällt der Index dagegen nachhaltig unter die Marke von 24.815 Punkten, wäre das technische Erholungsszenario hinfällig. In diesem Fall würden Chartanalysten eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung des unteren Bollinger-Bandes für wahrscheinlicher halten. Impulse für die weitere Richtung erwarten Marktteilnehmer im Tagesverlauf aus den USA, wo Daten zum Verbrauchervertrauen und offene Stellen veröffentlicht werden.

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